Ärzte Zeitung, 23.02.2004

Neue Stammzellen im Gehirn von Patienten entdeckt

LONDON (dpa). Das menschliche Gehirn hat ein viel höheres Potential zur Erneuerung als bisher angenommen, nutzt es aber offensichtlich nicht. Bei der Analyse von Hirngewebe Operierter und Gestorbener fanden US-Forscher Vorläuferzellen von Neuronen im lateralen Ventrikel.

Auch bei Nagern seien dort neuronale Stammzellen gefunden worden, so die Forscher um Dr. Arturo Alvarez-Buylla aus San Francisco (Nature 427, 2004, 740). Im Labor entwickeln sich die Stammzellen aus dem menschlichen Gehirn zu verschiedenen Hirnzelltypen.

Die Zellen wandern im Gegensatz zu jenen in Nager-Hirnen aber nicht. Daher werden zerstörte Neuronen bei Erwachsenen meist nicht ersetzt. Ihr neuronales Netz akzeptiere "Neuankömmlinge" vermutlich nicht, so Dr. Pasko Rakic von der Yale-Universität in New Haven in derselben "Nature"-Ausgabe.

Damit mit Stammzellen Therapien bei Hirnkrankheiten möglich werden könnten, müßten die Mechanismen entschlüsselt werden, die eine Zell-Wanderung im Gehirn auslösen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Drastisch veränderte Mundflora bei Krebs

Beim Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle ist die Zusammensetzung des oralen Keimwelt im Vergleich zu Gesunden drastisch verschoben. mehr »

Engagement, das Früchte trägt

Jungen Menschen fehlt es an Gespür für ehrenamtliches Engagement? Ein Vorurteil, wie sich bei der Springer Medizin Gala gezeigt hat. Deutlich wurde auch, dass Engagement für Hilfsbedürftige auch den Sinn für das Politische schärft. mehr »

So wird Insulin für Diabetiker produziert

Hinter den Toren des Industrieparks Höchst bieten sich faszinierende Einblicke in die Welt der Hochleistungs-Biotechnologie: Milliarden von E.coli-Bakterien produzieren hier das für Diabetiker überlebenswichtige Insulin. mehr »