Ärzte Zeitung, 03.03.2004

Mutmaßlicher Mörder in psychiatrische Klinik verlegt

Verhafteter Russe verlor bei Unglück Frau und Kinder

ZÜRICH (dpa). Der nach dem Fluglotsenmord von Zürich verhaftete Russe ist in eine psychiatrische Klinik verlegt worden. Ein Staatsanwalt bestätigte gestern eine entsprechende Meldung der Boulevardzeitung "Blick".

Der 48jährige Mann soll in der vergangenen Woche einen 36 Jahre alten Fluglotsen erstochen haben, der beim Flugzeugunglück von Überlingen am Bodensee im Sommer 2002 am Kontrollschirm saß.

Der mutmaßliche Täter wurde einen Tag nach dem Mord in einem Hotel in der Nähe des Tatorts in Zürich verhaftet. Seitdem saß er in Untersuchungshaft. Am Montag sei er in eine Klinik verlegt worden, bestätigte jetzt die Staatsanwaltschaft.

Der russische Architekt hatte bei dem Flugzeugunglück mit 71 Toten seine Frau und beide Kinder verloren. Die Anklagebehörde vermutet, daß er aus Rache handelte, weil er den Lotsen, der bei der Flugsicherung skyguide arbeitete, als Schuldigen sah. Angehörige und andere Hinterbliebene der Opfer hatten in den vergangenen Tagen mehrfach erklärt, er sei über den Verlust seiner Familie nicht hinweggekommen.

Weitere Angaben zum Stand der Ermittlungen machte der Staatsanwalt nicht. Er äußerte sich auch nicht zu der Frage, ob der Tatverdächtige an Depressionen leide. Der 48jährige hat noch kein Geständnis abgelegt. Eine Nachbarin des Ermordeten hat aber ausgesagt, dem Russen den Weg zum Fluglotsen gezeigt zu haben.

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