Ärzte Zeitung, 22.07.2004

Schon als Fet ist man Rechts- oder Linkshänder

LONDON (dpa). Rechts- oder Linkshänder wird man nach einer neuen Studie schon weit vor der Geburt. Zu diesem überraschenden Schluß gelangt ein Wissenschaftlerteam um den Mediziner Peter Hepper von der Universität Queens in Belfast.

Wie der "New Scientist" (2457, 2004, 13) unter Berufung auf die Studie berichtet, nuckeln neun von zehn Föten in der 15. Schwangerschaftswoche am rechten Daumen. Ausgewertet wurden dafür die Ultraschallberichte von insgesamt 1000 Feten.

Hepper begab sich anschließend auf die Spur von 75 dieser Feten nach deren Geburt. Alle 60 der mittlerweile zehn bis zwölf Jahre alten Kinder, die schon im Mutterleib dem rechten Daumen den Vorzug gegeben hatten, waren Rechtshänder. Zehn der 15 ehemaligen Links-Daumenlutscher wurden Linkshänder. In einer weiteren Untersuchung stellten die britischen Mediziner außerdem fest, daß bereits zehn Wochen alte Feten lieber den rechten als den linken Arm hin und her bewegen.

Hepper weist darauf hin, daß Feten noch keinerlei Kontrolle über ihre Bewegungen haben können. Er stellt deshalb die These auf, daß der jeweilige Fet derjenigen Körperhälfte den Vorzug gibt, die sich schneller entwickelt. Bisherige Theorien gehen davon aus, daß die Gehirnentwicklung bestimmend dafür ist, ob man Rechts- oder Linkshänder ist. Nervenverbindungen zwischen Gehirn und Körper entwickeln sich allerdings erst ab der 20. Woche.

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