Ärzte Zeitung, 21.09.2009

Wachkoma-Patienten können lernen

LONDON (dpa). Wachkoma-Patienten können lernen. Britische Forscher haben Probanden einen Ton vorgespielt, dem stets ein Luftstoß aufs Auge folgte. Mit der Zeit reagierten die Augenmuskeln bereits in Erwartung des Luftstoßes, sobald der Ton erklang. Offenbar bleibt bei Wachkoma-Patienten - anders als etwa bei Menschen unter Narkose - die bewusste Informationsverarbeitung teilweise erhalten. Denn derartige Assoziationen erfordern nach Erläuterung der Forscher eine bewusste Wahrnehmung. So seien Menschen unter normaler Narkose nicht dazu in der Lage. Das hätten weitere Tests gezeigt. Diese Erkenntnis könnte die Reha unterstützen. (Nature Neuroscience online).Im Wachkoma (apallisches Syndrom) sind die Augen der Patienten geöffnet, ihr Blick geht jedoch ins Leere. Betroffene können keinen Kontakt aufnehmen und keine Anweisungen befolgen. Automatische Bewegungen wie das Saugen an einem Strohhalm sind möglich. Die Patienten nehmen ihre Umwelt teilweise wahr.
Abstract der Studie "Classical conditioning in the vegetative and minimally conscious state"

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

O-Saft senkt das Gicht-Risiko - und hält schlank

Vom Saulus zum Paulus: Galten Fruchtsäfte einst als gesunde Getränke, verbannen heute sogar manche Schulen die süßen Säfte. Forscher brechen jetzt eine Lanze für Orangensaft. mehr »

SmED hilft, künftig Notfälle richtig einzuschätzen

16.20 hDie Notfallversorgung startet ins digitale Zeitalter: Am Montag hat die KBV ein softwarebasiertes Instrument zur Begutachtung von Notfallpatienten vorgestellt. mehr »

Was tun gegen sexuelle Belästigung?

Anzügliche Bemerkungen, obszöne Witze, schlüpfrige Mails bis hin zu Berührungen: Sexuelle Aufdringlichkeit gehört auch in Praxen und Kliniken manchmal zum Alltag. Statt die Belästigungen zu ignorieren, sollten sich Betroffene wehren - dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. mehr »