Psychisch gesund im Job

Hilfe für bayerische Betriebe

Die AU-Tage bedingt durch psychische Erkrankungen steigen. Der Arbeitgeberverband in Bayern will die Unternehmen unterstützen.

Veröffentlicht:

MÜNCHEN. Den Arbeitgebern in Bayern entstehen wegen psychischer Erkrankungen jährlich etwa 320 Millionen Euro Kosten durch Lohnfortzahlung, so der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie, Bertram Brossardt.

Die Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen seien in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, ein unmittelbarer Zusammenhang zu den Veränderungen in der Arbeitswelt lässt sich nach Ansicht des Verbandes jedoch nicht herstellen, erklärte Brossardt vor der Presse in München. Gewerkschaften haben demgegenüber mehrfach eine Anti-Stress-Verordnung der Bundesregierung gefordert.

Konkrete Unterstützung

Mit dem Projekt "Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz", das der Arbeitgeberverband vor einem halben Jahr gestartet hat, sollen die Mitglieds-Unternehmen bei ihren Aktivitäten zur Förderung der psychischen Gesundheit ihrer Mitarbeiter konkret unterstützt werden.

Dazu gehören neben Weiterbildungsworkshops für Führungskräfte und Betriebsräte auch eine telefonische Beratung für Mitarbeiter.

Zudem hat der Verband ein bayernweites Netz mit Kliniken, psychiatrischen Einrichtungen, Psychotherapeuten, Reha-Einrichtungen sowie Ehe- und Familien- oder Schuldnerberatungen geknüpft, das betroffenen Mitarbeitern eine rasche Hilfe gewährleisten soll.

Für das zunächst auf drei Jahre angelegte Projekt stellt der Arbeitgeberverband rund 1,7 Millionen Euro zur Verfügung.

Mit dem Projekt wolle der Verband darüber hinaus auch einen wissenschaftlichen Beitrag zu möglichen Zusammenhängen zwischen psychischen Erkrankungen und Belastungen in der Arbeitswelt liefern.

Prävention und Früherkennung wichtiger nehmen

Die Grundlagen dafür soll eine Studie "Arbeit und psychische Gesundheit" liefern, die bis Ende des Jahres am Max-Planck-Institut für Psychiatrie erstellt wird.

Erste Ergebnisse zeigten, "dass Faktoren wie gute Entwicklungsmöglichkeiten, ein gutes Gemeinschaftsgefühl und soziale Rückendeckung die psychische Gesundheit der Mitarbeiter stärken, berichtete Instituts-Direktor Professor Florian Holsboer.

Da jedoch objektiv gleiche Arbeitsbedingungen von Menschen unterschiedlich stark als Belastung empfunden werden, müsse der Prävention und Früherkennung künftig mehr Bedeutung zukommen, betonte er. (sto)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Strukturelle Ursachen ausschließen!

Das sind die Red Flags bei Nackenschmerzen

Systematisches Review mit Metaanalyse

Psychische Probleme wohl mit akutem Koronarsyndrom assoziiert

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

© Vink Fan / stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Herzinsuffizienz

HFrEF-Therapie: So sieht die optimale Therapie (derzeit) aus

Weltkrebstag 2026

Was es für die optimale Krebsversorgung auf dem Land braucht

Leopoldina

Adipositas-Epidemie: Diese Strategien braucht es jetzt

Lesetipps
Eine Frau hält eine Lupe über die Abbildung einer Gebärmutter.

© Gambar / stock.adobe.com

Humane Papillomviren

Nach Impfung: HPV-Screening nur zwei- bis dreimal im Leben?