Ärzte Zeitung, 18.05.2015

Neuropädiatrie

Studie zu Ataxie ordnet kognitive Störungen ein

FRANKFURT AM MAIN. Die Frankfurter Neurowissenschaftlerin Dr. Franziska Hoche hat den Desitin-Jungforscherpreis 2015 der Gesellschaft für Neuropädiatrie erhalten.

Mit dem Preis wird ihre Arbeit "Cognitive Phenotype in Ataxia-teleangiectasia" gewürdigt, die im "Journal of Pediatric Neurology" (51 (3): 297-310) im Mai 2014 als Paper of the Month publiziert wurde. Entstanden ist sie am Kompetenzzentrum für Ataxia teleangiectatica in Frankfurt.

Typisch für diese seltene Erkrankung seien außer Bewegungsstörungen eine Infekt- und Tumorneigung, wird in einer Mitteilung der Uniklinik Frankfurt erläutert. Ein Gendefekt bewirke eine Zerstörung von Nervenzellen besonders im Kleinhirn, Defekte des Immunsystems und der DNA-Reparatur.

Hoche untersuchte die Kognition unter Berücksichtigung des Cerebellar Cognitive Affective Syndrome. Dessen Symptome treten bei verschiedenen Erkrankungen des Kleinhirns auf: Störungen von Informationsverarbeitung, Verhaltenssteuerung, Sprachfunktion, Arbeitsgedächtnis, räumlichem Denken und Gemütsregulation.

Die Studie belegt, dass die Ataxia teleangiectatica ebenfalls mit solchen Schwierigkeiten einhergeht. Durch diese Erkenntnis könnten sie besser eingeordnet werden, so die Mitteilung. Zudem liefere die Arbeit Ansätze, um die Situation der Patienten zu verbessern. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »