Ärzte Zeitung, 06.04.2005

Vier Millionen Deutsche leiden an Depressionen

MÜNCHEN (dpa). In Deutschland sind nach Angaben von Professor Ulrich Hegerl aus München etwa vier Millionen Menschen wegen akuten Depressionen behandlungsbedürftig. Damit sei die Depression eine der größten Volkskrankheiten.

Depressionen würden oft erst spät erkannt, weil häufig körperliche Beschwerden wie Magen-, Rücken- oder Kopfschmerzen im Vordergrund stünden, sagte der Psychiater beim 13. Europäischen Psychiater-Kongreß in München.

Das "Nürnberger Bündnis gegen Depression" hat nach Angaben von Hegerl gezeigt, daß sich die Versorgung von depressiven Menschen durch regionale Aktionsprogramme verbessern und so auch die Zahl von Selbstmorden deutlich verringern läßt.

Die Konzepte des Modellprojekts würden derzeit von mehreren anderen Regionen in Deutschland und Europa übernommen. Der von der Association of European Psychiatrists veranstaltete Kongreß mit 1500 Teilnehmern geht am heutigen Mittwoch zu Ende.

Weitere Infos gibt es im Internet: www.kompetenznetz-depression.de

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Zufallsbefunde – Wer sucht, der findet

Bei der bildgebenden Diagnostik kann es vorkommen, dass unerwartet ein Befund jenseits des eigentlichen Anlasses auftaucht. Das sollte man den Patienten klarmachen – vorher. mehr »

Alternativszenario voller Sprengkraft

Bei einem Modellprojekt in Baden-Württemberg ist die sektorenübergreifende Versorgung durchgespielt worden. Der Abschlussbericht enthält Empfehlungen, die es in sich haben - und das Konfliktpotenzial deutlich machen. mehr »

Streit um "Strafgebühr" im Krankenhaus

KBV-Chef Gassen fordert für Patienten, die mit Bagatellerkrankungen in die Notfallambulanz der Kliniken kommen, eine Gebühr. Das hält die DKG für "schlicht falsch". Die Linke mutmaßt: "Notaufnahmen nur für Reiche"? mehr »