Bei Depression ein Muß: Frage nach Suizidgedanken

BAD ORB (ner). Bei depressiven Patienten darf die Frage nach Suizidgedanken auf keinen Fall vergessen werden. Haben die Patienten bereits konkrete Suizidpläne, müssen sie notfalls auch zwangsweise in eine Klinik eingewiesen werden.

Veröffentlicht:

Die Frage nach Schlafstörungen ist nach Angaben des Psychiaters Professor Hans-Peter Volz aus Werneck eine geeignete Einstiegsfrage bei Patienten mit Verdacht auf eine Depression. Depressive Menschen schlafen oft schlecht ein und wachen früh auf.

Allerdings sollte man bei alten Menschen stets die tägliche Gesamtschlafdauer berücksichtigen, da schlechter Nachtschlaf auch auf Nickerchen tagsüber zurückgeführt werden könne, sagte Volz bei einem Hausärztekongreß in Bad Orb.

Hat sich im Vorgespräch mit einem Patienten der Verdacht auf eine Depression erhärtet, könne der Patient dann gezielt nach Suizidgedanken gefragt werden, etwa: "Wünschen Sie sich manchmal, morgens nicht mehr aufzuwachen?", so Volz, oder "Finden Sie Ihr Leben noch lebenswert?" und "Haben Sie in letzter Zeit daran gedacht, sich das Leben zu nehmen?"

Manche Patienten berichten auch von sich aus, daß sie den Gedanken als beruhigend empfinden, morgens nicht mehr aufzuwachen. Bei solchen Patienten sollte unbedingt nachgehakt werden, betonte Volz.

Kommen die Gedanken an Selbstmord jeden Tag auf, werden sie stärker oder kann der Patient manchmal eine Viertelstunde an gar nichts anderes mehr denken? Sehr wichtig sei es zudem zu erfahren, ob der Patient bereits konkrete Pläne für einen Selbstmord hat.

Dazu geeignet ist zum Beispiel die Frage: "Wie würden Sie es machen?" Manche Patienten erzählen dann von der ICE-Eisenbahnstrecke in der Nähe oder sie berichten darüber, daß sie bereits Tabletten gesammelt haben. An diesem Punkt ist nach Angaben des Psychiaters eine Klinikeinweisung unbedingt erforderlich, wenn nötig auch zwangsweise.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Systematisches Review mit Metaanalyse

Psychische Probleme wohl mit akutem Koronarsyndrom assoziiert

Depression, Angst, Schmerzen

Was zeichnet „schwierige“ Patientinnen und Patienten aus?

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Rauchverzicht wirkt sich am stärksten auf die Lebenserwartung von Menschen nach Krebserkrankung aus.

© Alpha / stock.adobe.com / Generated with AI

DKFZ

Nach Krebsdiagnose: Gesunder Lebensstil kann großen Unterschied machen

Ein Mann schwimmt in einem Schwimmbecken.

© TeamDF / stock.adobe.com

Umbrella-Review

Welcher Sport bei Depression und Angststörung am besten hilft