Ärzte Zeitung, 27.03.2008

Versagt ein SSRI, lohnt Wechsel auf Nicht-SSRI

BOSTON (ars). Wenn bei Patienten mit Depression eine Therapie mit einem selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) fehlschlägt, steht die Überlegung an: Soll man es noch einmal mit einem zweiten SSRI oder besser mit dem Medikament einer anderen Wirkstoffklasse versuchen?

US-Forscher aus Boston geben nach einer Meta-Analyse von vier Studien diese Antwort: Bei Wechsel auf ein Nicht-SSRI wie Bupropion, Mirtazapin oder Venlafaxin ist die Rate der Patienten, die in Remission kommen, etwas höher als mit einem zweiten SSRI: 28 Prozent im Vergleich zu 23,5 Prozent. Allerdings ist auch die Rate der Therapieabbrüche wegen schlechter Verträglichkeit größer, jedoch nicht signifikant.

Studien zufolge spricht etwa die Hälfte der ambulant behandelten Patienten auf eine Monotherapie mit SSRI nicht an (Biological Psychiatry 63, 2008, 699).

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »

Demenz oder Depressionen?

Benennen ältere Patienten von sich aus kognitive Defizite, sollten Ärzte hellhörig werden: Häufig liegt dann keine Demenz, sondern eine Depression vor. mehr »