Ärzte Zeitung, 02.02.2009

Neuer Test sagt Risiko voraus, an Depression zu erkranken

Bei erhöhtem Risiko sind rechtzeitig Maßnahmen zu Prävention möglich

LONDON (ars). Wer den Verdacht hegt, ein Patient sei anfällig für Depressionen, kann das mit einem neuen Test abschätzen. Damit erhält man die Angabe, wie wahrscheinlich es ist, dass er in den kommenden zwölf Monaten erkrankt. So eröffnet sich die Möglichkeit rechtzeitiger Vorbeugung.

Wenn die psychische Gesundheit Sorgen bereitet, kann man sich per Test über das Risiko einer Depression Auskunft einholen.

Foto: doug Olson©www.fotolia.de

Unter http://www.ucl.ac.uk/predict-depression/ ist der wenige Minuten dauernde Test predictD bereits zugänglich. Vorerst handelt es sich um eine Pilotphase, wie Professor Michael King vom University College London der "Ärzte Zeitung" mitgeteilt hat. Allgemeinärzten empfehle er den Test für die Praxis, sobald sein Nutzen für die Prävention belegt ist.

King und seine Kollegen haben den Algorithmus erarbeitet, indem sie aus 39 bekannten Risikofaktoren zehn herausgefiltert haben. Fünf sind nicht zu beeinflussen: Alter, Geschlecht, Ausbildung, Depressionen in der Vorgeschichte und positive Familienanamnese. Vier Parameter sind Interventionen zugänglich: körperliche und geistige Gesundheit, Schwierigkeiten bei der Arbeit und Erfahrung mit Diskriminierung. Zehnter Faktor ist das Herkunftsland (Arch Gen Psychiatry 65, 2008, 1368).

So gibt es Fragen nach Schlaf, Konzentration, Appetit, gegenwärtiger und früherer Stimmung, Hautfarbe, Behinderung, Fitness und Arbeitssituation. Evaluiert haben die britischen Wissenschaftler das Instrument an 9000 Patienten niedergelassener Ärzte in Europa und Chile. Der Algorithmus erwies sich als so genau wie die Tests zur Vorhersage kardiovaskulärer Ereignisse.

Das Erkrankungsrisiko wird am Schluss in Prozent ausgegeben - zusammen mit dem Hinweis, dass die Inzidenz von Depressionen in der Studie durchschnittlich knapp acht Prozent beträgt. Wer wegen eines erhöhten Risikos beunruhigt ist, dem wird geraten, den Hausarzt zu konsultieren. Den Ärzten wiederum schlägt King bei solchen Patienten eine Reihe von Maßnahmen vor. Sie reichen von erhöhter Aufmerksamkeit für das Problem über Aufklärung zu Depressionen oder kognitiver Verhaltenstherapie bis zur Wiederaufnahme einer antidepressiven Behandlung bei Patienten, die bereits Depressionen hatten.

[03.02.2009, 19:22:00]
Dr. Gerhard Smit  biokybernetik@web.de
Risiko an Depression zu erkranken, Hohes Rezidivrisiko
Das Risko an Depressionen zu erkranken wächst mit der Zunahme der Verspannung der Wirbelsäule.
Es läßt sich zeigen, dass ein Depressiver sofort seine Depressionen verliert, wenn man z.B. mit manueller Medizin die gesamte Wirbelsäule entspannt.
Ein psychische Verspannung, z.B. Stress ruft eine physische Verspannung hervor. Damit wird dieselbe physische Verspannung stärker wirksam und die physische Verspannung nimmt zu. Damit .... Dieser Teufelskreis baut sich auf bis zur Depressionen.
Nun muss man diesen Prozess umkehren und die Verspannung lösen. Da man aber dem Patienten seine Probleme nicht aus dem Weg räumen kann, wirken diese immer wieder rückstellend. Er muss also durch Umstellung der Ernährung, wesentliche Erhöhung seiner Bewegung und durch entsprechende Übungen seinen Körper fit halten, sonst steigt das Risko einer Depression. sozusagen eine Dauertherapie. zum Beitrag »

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