Ärzte Zeitung, 01.05.2011

Weitere Zielstruktur für Arzneien gegen Depression in Sicht?

MÜNCHEN (eb). Forscher des Max-Planck-Instituts (MPI) für Psychiatrie in München haben die Genome von insgesamt 4.088 Patienten und 11.001 Gesunden aus aller Welt verglichen und dabei eine neue Risiko-Genvariante für Depression identifiziert.

Erstmalig konnte nachgewiesen werden, dass bereits gesunde Träger dieser Risiko-Genvariante auf Chromosom 12 physiologisch messbare Veränderungen im Gehirn aufweisen, wie das MPI mitteilt.

Ursächlich ist ein Transportprotein betroffen, das an der Produktion eines wichtigen Nervenzellbotenstoffs beteiligt ist: Es transportiert Aminosäuren in Synapsen und ist möglicherweise an der Produktion des Neurotransmitters Glutamat beteiligt.

Große Hoffnung setzen die Forscher in diesen Faktor als Angriffspunkt künftiger Antidepressiva, da herkömmliche Arzneien mit ähnlichen Transportmolekülen interagieren. Der Bauplan für das Transportmolekül liegt im Gen SLC6A15, das offenbar von der jetzt entdeckten Risiko-Genvariante beeinflusst wird.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Hausarztverträge im Visier des BVA

Das Bundesversicherungsamt duldet Chronikerpauschalen in bisheriger Form nicht mehr. Bis Ende August müssen Kassen Verträge anpassen. Hausärzte-Chef Weigeldt ist vergrätzt. mehr »

Reiseimpfungen – Welcher Schutz ist nötig?

Egal, wohin die Reise geht, die Basisimpfungen sollten vorhanden sein. Doch auch 2018 gibt es für einige Länder spezielle Empfehlungen. mehr »

IQWiG hinterfragt Darmkrebs-Screening

Der aktuelle Rapid Report des IQWiG kommt ebenso wie der Abschlussbericht von 2013 zu dem Fazit: Der Nutzen des Screenings bei unter 55-Jährigen mit einem familiären Risiko für Darmkrebs ist unklar. mehr »