Ärzte Zeitung online, 30.09.2015

Experten

Wochenbettdepressionen werden unterschätzt

Mehr als jede zehnte Mutter leidet unter Depressionen nach der Geburt, schätzt eine Expertin. Oftmals werde die Erkrankung nicht richtig diagnostiziert, sagt die TK.

FRANKFURT/MAIN. Wochenbettdepressionen werden nach Einschätzung von Fachleuten noch immer unterschätzt.

Etwa 10 bis 15 Prozent der Mütter leiden unter Depressionen nach der Geburt, wie Dr. Silvia Oddo-Sommerfeld sagt. Sie ist Leitende Psychologin in der Abteilung für Geburtshilfe der Uniklinik Frankfurt und hat eine telefonische "Wochenbettdepression-Hotline" ins Leben gerufen.

Die Erkrankung werde auch längst nicht immer richtig diagnostiziert, sagt die Leiterin der Techniker Krankenkasse in Hessen, Barbara Voß.

Aus Scham geschwiegen

"Die Ausbildung und das Wissen um diese Symptomatik und diese Erkrankung sind nicht so gut, wie es sein sollte", ergänzt der Direktor der Klinik für Psychiatrie der Frankfurter Uni, Professor Andreas Reif.

Aus enormen Scham- und Schuldgefühlen teilten allerdings auch viele Frauen ihre Depression nicht mit. Dabei könne niemand etwas für die gut behandelbare Erkrankung. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Neue Arzneien zum Schutz vor Brüchen

Osteoporose wird oft übersehen. Der Welt-Osteoporose Tag rückt die Erkrankung ins Bewusstsein. Zum Schutz vor Frakturen werden derzeit neue Substanzen erprobt. mehr »

Vergangenheit, die nicht vergeht

Ramstein, Eschede, Loveparade in Duisburg: Großunglücke lassen bei Opfern und oft auch bei Einsatzkräften seelische Wunden zurück. Psychotraumatologen können den Betroffenen in der Regel gut helfen. mehr »

Politik hat die Bedeutung der Arzneimittelforschung erkannt

Gute Versorgungsideen sind in der Politik willkommen, stellte Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Springer Medizin Gala zum Galenus-von-Pergamon-Preis klar. mehr »