Ärzte Zeitung online, 05.08.2019

Kommentar

Frustfalle Facebook

Am Vergleich mit erfolgreichen Bloggern auf Facebook & Co. haben Jugendliche möglicherweise mehr zu knabbern, als man denkt.

Von Elke Oberhofer

Verbringen depressive Teenies grundsätzlich mehr Zeit am Smartphone, oder lösen Frusterlebnisse in sozialen Netzwerken Depressionen aus? Die Frage nach Ursache und Wirkung ist in diesem Fall nicht leicht zu klären.

Schreiben Sie der Autorin: elke.oberhofer@springer.com

Psychiater aus Kanada haben hierzu eine Längsschnittstudie durchgeführt: Mit zunehmender Dauer, die die Jugendlichen auf Facebook & Co. zubrachten, stiegen die Werte auf einer Depressionsskala, und zwar auch individuell im Zeitverlauf. Parallel dazu rutschte gerade bei den intensiven Nutzern das Selbstwertgefühl in den Keller. Beides ist alarmierend. Und die von den Autoren verfochtene Hypothese vom sozialen Aufwärtsvergleich, der depressive Symptome triggert oder verstärkt, klingt plausibel.

Gut möglich, dass der ständige Vergleich mit den zigtausendfach gelikten Posts anderer am Selbstwertgefühl nagt, vor allem bei Jugendlichen, die damit ohnehin Probleme haben.

Leider sagt die Studie nichts darüber, was genau die Teenies in den sozialen Netzen trieben, vor allem welche Inhalte sie konsumierten. Gerade das scheint aber entscheidend zu sein. In jedem Fall muss man die mögliche Gefahr für die Psyche durch die oft ziemlich „unsozialen“ Social Media ernst nehmen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Frustfalle Facebook

Topics
Schlagworte
Depressionen (1341)
Organisationen
Facebook & (10)
Krankheiten
Depressionen (3512)
Personen
Elke Oberhofer (357)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Laienreanimation wird wiederbelebt

„Prüfen, Rufen, Drücken“: Der Deutsche Rat für Wiederbelebung hat eine bundesweite Kampagne gestartet, um mehr Laienhelfer zu gewinnen. mehr »

Kabinett beschließt eAU

Die Bundesregierung hat jetzt einstimmig das Bürokratieentlastungsgesetz auf den parlamentarischen Weg gebracht. Darin enthalten: die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. mehr »

Ärztliche Widersprüchlichkeit beim Thema Datensicherheit

Ob die Digitalisierung des Gesundheitswesens gelingt, hängt maßgeblich von den Fähigkeiten aller Akteure ab, die Datensicherheit zu gewährleisten. Doch daran hakt es, wie der Skandal um ungeschützte Radiologie-Daten beweist. mehr »