Kommentar

Frustfalle Facebook

Am Vergleich mit erfolgreichen Bloggern auf Facebook & Co. haben Jugendliche möglicherweise mehr zu knabbern, als man denkt.

Von Dr. Elke Oberhofer Veröffentlicht: 01.08.2019, 17:23 Uhr
Frustfalle Facebook

© Springer Medizin

Verbringen depressive Teenies grundsätzlich mehr Zeit am Smartphone, oder lösen Frusterlebnisse in sozialen Netzwerken Depressionen aus? Die Frage nach Ursache und Wirkung ist in diesem Fall nicht leicht zu klären.

Psychiater aus Kanada haben hierzu eine Längsschnittstudie durchgeführt: Mit zunehmender Dauer, die die Jugendlichen auf Facebook & Co. zubrachten, stiegen die Werte auf einer Depressionsskala, und zwar auch individuell im Zeitverlauf. Parallel dazu rutschte gerade bei den intensiven Nutzern das Selbstwertgefühl in den Keller. Beides ist alarmierend. Und die von den Autoren verfochtene Hypothese vom sozialen Aufwärtsvergleich, der depressive Symptome triggert oder verstärkt, klingt plausibel.

Gut möglich, dass der ständige Vergleich mit den zigtausendfach gelikten Posts anderer am Selbstwertgefühl nagt, vor allem bei Jugendlichen, die damit ohnehin Probleme haben.

Leider sagt die Studie nichts darüber, was genau die Teenies in den sozialen Netzen trieben, vor allem welche Inhalte sie konsumierten. Gerade das scheint aber entscheidend zu sein. In jedem Fall muss man die mögliche Gefahr für die Psyche durch die oft ziemlich „unsozialen“ Social Media ernst nehmen.

Auch interessant: Mit sozialen Netzwerken in die Depression?

Mehr zum Thema

Mögliche Alternative zur EKT

Vertreibt Magnetkrampftherapie Suizidgedanken?

Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Forschungsministerin Karliczek , Familienministerin Giffey und Gesundheitsminister Spahn stellen bei einer Diskussionsrunde die Nationale Demenzstrategie vor.

Nationale Demenzstrategie

Spahn will professionelle Demenz-Netzwerke ausbauen

Reizdarmsyndrom: Das Rektum ist durch Obstipation oder eine Gasansammlung aufgebläht.

Interview mit Leitlinien-Koordinatorin

Beim Reizdarmsyndrom probieren und kombinieren!