Ärzte Zeitung, 08.06.2004

Pregabalin lindert bei Epilepsie auch Begleitsymptome

FREIBURG (sto). Patienten mit Epilepsien haben häufig auch Schlafstörungen, Depressionen, Angststörungen, Psychosen sowie kognitive Störungen. Mit dem neuen Antiepileptikum Pregabalin werden solche Begleitsymptome teilweise gebessert.

Bei Patienten mit Epilepsie ist der Schlaf oft besonders stark gestört. Daran hat Professor Bernhard Steinhoff vom Epilepsiezentrum Kork erinnert. So können bei Frontallappen-Epilepsien, aber auch bei fokalen Epilepsien, mehrmals nächtlich auftretende Anfälle das physiologische Schlafmuster komplett aufheben, berichtete Steinhoff auf einer Veranstaltung von Pfizer in Freiburg. Auch Antiepileptika können zu einer Störung des Schlafes führen.

Von einem neuen Antiepileptikum erwarte er sich deshalb eine neutrale wenn nicht gar positive Wirkung auf die Komorbidität, sagte Steinhof. Mit Pregabalin werde demnächst ein Antiepileptikum zur Verfügung stehen, das in Studien etwa die Tiefschlafphase der Patienten deutlich verbessert habe. Insgesamt verspreche Pregabalin nach bisherigen Studiendaten sehr günstige Eigenschaften bei Begleiterkrankungen.

Das gelte auch für Depressionen, die bei Patienten mit Epilepsie fünf- bis 15mal häufiger als bei Patienten ohne Epilepsie auftreten, sowie für Angststörungen, von denen bis zu 45 Prozent der Epilepsiepatienten be-richten, sagte Steinhoff. Häufig wer-de aus Angst vor Arzneimittelinteraktionen nicht konsequent antidepressiv behandelt. Pregabalin habe ein sehr günstiges Interaktionspotential, so daß Wechselwirkungen mit Antidepressiva nicht zu erwarten seien.

Unerwünschte kognitive Wirkungen oder Verhaltsweisen traten in einer Studie mit Pregabalin nur selten auf. Selbst bei einer hohen Dosierung gaben nur 4,5 Prozent der Patienten solche Wirkungen an.

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