Ärzte Zeitung, 12.10.2004

Initial Cabergolin schützt vor Dyskinesien

Ergebnisse einer Fünf-Jahres-Studie bei Parkinson-Patienten vorgestellt

DÜSSELDORF (awa). Als initiale Therapie verhindert der langwirksame Dopamin-Agonist Cabergolin lange Zeit Dyskinesien: Im Vergleich zu L-Dopa treten motorische Komplikationen innerhalb von fünf Jahren seltener und später auf.

Das hat eine randomisierte, doppelblinde Fünf-Jahres-Studie ergeben. Daran nahmen 419 Patienten im frühen Stadium der Parkinson-Erkrankung teil, die vor Einschluß in die Studie noch nicht mit L-Dopa, einem Dopamin-Agonisten oder Selegilin behandelt worden waren.

Die Ergebnisse der erst kürzlich veröffentlichten Studie hat Professor Alfons Schnitzler aus Düsseldorf bei einer Veranstaltung beim Neurologen-Kongreß in Düsseldorf vorgestellt, zu der das Unternehmen Pfizer eingeladen hatte. Mit Dopamin-Agonisten, die eine lange Halbwertszeit haben und somit die Dopaminrezeptoren kontinuierlich stimulierten, könne das Auftreten von Dyskinesien erfolgreich verhindert werden, so Schnitzler.

In der Fünf-Jahres-Studie erhielten 211 Patienten pro Tag bis zu 4 mg Cabergolin (Cabaseril®) und 208 Patienten bis zu 600 mg L-Dopa. Innerhalb der ersten 24 Wochen wurde die Dosis auftitriert. Besserten sich die motorischen Symptome um mehr als 30 Prozent, erhielten die Patienten weiterhin eine Monotherapie. Das war mit Cabergolin bei 76 und mit L-Dopa bei 110 Patienten der Fall. Die übrigen Patienten, also Patienten mit einer Besserung von weniger als 30 Prozent, erhielten zusätzlich L-Dopa.

Schnitzler wies darauf hin, daß wie bei allen anderen Dopamin-Agonisten die Wirksamkeit von Cabergolin auf die motorischen Symptome zwar etwas geringer war als die von L-Dopa, aber dafür motorische Komplikationen im Laufe der Therapie später und seltener auftraten: mit Cabergolin bei etwa 22 Prozent und mit L-Dopa bei fast 35 Prozent der Patienten.

Betrachte man nur die Dyskinesien, sei der Unterschied sogar noch größer: Mit L-Dopa trat diese motorische Komplikation bei etwa 21 Prozent der Patienten auf im Vergleich zu knapp zehn Prozent mit Cabergolin. Beim Wearing-Off, der morgendlichen Akinese und den Peak-Dose-Dyskinesien war die Rate der Komplikation mit der Cabergolin-Monotherapie jeweils am geringsten. Gastrointestinale Nebenwirkungen, Hypotension und periphere Ödeme wurden nach Angaben von Schnitzler mit Cabergolin häufiger beobachtet, Schläfrigkeit und Halluzinationen traten mit L-Dopa oder Cabergolin ähnlich häufig auf.

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