Ärzte Zeitung, 01.08.2005

Nanopartikel sollen Hirngewebe reparieren

Winzige Partikel schleusen therapeutische Gene in Zellen ein / Technik kommt ohne Viren aus

BUFALLO (ddp.vwd). Mit winzig kleinen Partikeln könnten Forscher bald schon Reparaturgene in defekte Hirnzellen schleusen und Patienten mit Parkinson behandeln. Darauf deuten erste Experimente mit Nanopartikeln.

Bei Gentherapien werden therapeutische Gene meist mittels Viren in Zellen eingeführt. Die Viren werden dazu durch genetische Veränderungen apathogen gemacht. Dabei besteht die Gefahr, daß sich die Viren im Körper wieder in eine pathogene Form zurückbilden. Forscher suchen daher intensiv nach nichtviralen Techniken für Gentherapien.

Ein Team um Dr. Dhruba Bharali aus Buffalo in den USA konnte nun mit Hilfe von etwa 30 Nanometer kleinen Partikeln erfolgreich Gene in dopaminerge Neurone der Substantia nigra von lebenden Mäusen einschleusen. Solche Neurone gehen bei Morbus Parkinson zugrunde.

Mit den eingeführten Genen aktivierten die Wissenschaftler neuronale Stammzellen. Diese Zellen können im Prinzip, wenn sie zur Teilung angeregt werden, abgestorbene Zellen ersetzen. Die Wissenschaftler erhoffen sich davon Therapien bei Morbus Parkinson und Morbus Alzheimer.

Die Nanopartikel bestehen aus einer Siliziumverbindung mit einer besonderen Oberfläche, die das Eindringen in Zellen ermöglicht. Die neue Technik erwies sich als ebenso effektiv wie das Einschleusen von Genen mittels Viren, so die Forscher in der Online-Ausgabe der Zeitschrift "PNAS".

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