Ärzte Zeitung, 28.09.2005

Neuer MAO-B-Hemmer gegen M. Parkinson

Rasagilin hilft, L-Dopa-Dosis bei fortgeschrittener Erkrankung zu reduzieren

MÜNCHEN (wst). Mit Rasagilin ist seit September ein weiterer MAO-B-Hemmer zur Behandlung von Patienten mit Morbus Parkinson verfügbar. Die Substanz muß nur einmal täglich eingenommen werden.

Darauf hat Professor Horst Przuntek von der Universität Bochum hingewiesen. Rasagilin (Azilect®) verzögert im Gehirn den Abbau des Botenstoffs Dopamin über die Hemmung der Monoamin-Oxidase-B (MAO-B). Damit verbessert die Substanz bei Parkinson-Patienten die dopaminerge Aktivität im ZNS, die aufgrund der Krankheit vermindert ist.

Da aus Tierversuchen und auch aus der TEMPO-Studie Hinweise auf neuroprotektive Effekte der Substanz vorliegen (wir berichteten), lasse die möglichst frühe Anwendung auf eine verlangsamte Krankheitsprogression hoffen, sagte Przuntek auf einer Veranstaltung der Unternehmen Lundbeck und Teva in München.

Reichen trotz einer Monotherapie mit der Substanz die endogenen Dopamin-Reserven nicht mehr aus, um die Parkinsonsymptome zu unterdrücken, rät der Forscher zusätzlich zu einem Dopamin-Agonisten.

Bei Patienten, die bislang eine Monotherapie mit Dopamin-Agonisten hatten, erlaube die Addition von Rasagilin, die Dosis des Dopamin-Agonisten zu reduzieren. Besteht trotz Behandlung mit Dopamin-Agonisten und Rasagilin ein Tremor, könne Budipin hinzu gegeben werden.

In fortgeschrittenen Krankheits-Stadien plädierte Przuntek für die Therapie mit Rasagilin, Dopamin-Agonisten und L-Dopa. Da der MAO-B-Hemmer auch den Abbau von Dopamin verzögert, das im Gehirn aus L-Dopa entsteht, könne die L-Dopa-Dosis zunächst relativ niedrig gehalten werden.

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