Ärzte Zeitung, 15.10.2010

Erster Erfolg bei MS mit Stammzell-Therapie

Behinderungsgrad in Pilotstudie deutlich reduziert

BALTIMORE (mut). Eine Therapie mit autologen mesenchymalen Stammzellen konnte in einer kleinen Studie Symptome von MS-Patienten deutlich lindern.

Erster Erfolg bei MS mit Stammzell-Therapie

Stammzellen bei MS: Symptome wurden deutlich gelindert.

© imagebroker / imago

In der Studie erhielten 15 bereits schwer erkrankte MS Patienten mesenchymale Stammzellen entweder intravenös oder intrathekal verabreicht. Die Zellen wurden zuvor den Patienten aus dem eigenen Knochenmark entnommen und in vitro vermehrt. Nach einer Beobachtungszeit von sechs Monaten war der mittlere Wert auf der zehnstufigen Behinderungsskala EDSS von 6,7 auf 5,9 gesunken - trotz der kleinen Teilnehmerzahl war dies statistisch signifikant, berichten US-Forscher (Arch Neurol 2010; 67:1187).

Die Forscher wählten mesenchymale Stammzellen, weil diese in Tiermodellen immunmodulatorisch wirkten, beschädigte Axone remyelinisierten und Entzündungen im Gehirn linderten. Die Stammzellen können sich zudem in Astrozyten und Gliazellen differenzieren und so die Regeneration von beschädigtem Hirngewebe unterstützen.

Eigentlicher Zweck der Studie war jedoch, Sicherheit und Verträglichkeit zu prüfen. Hier wurden über 25 Monate hinweg keine schweren unerwünschten Wirkungen beobachtet, lediglich Fieber und Kopfschmerzen traten bei einigen Patienten nach der Injektion auf. Die Methode wurde in der Studie auch bei 19 Patienten mit ALS geprüft - allerdings ohne klinischen Erfolg.

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