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Stigmatisierung bleibt Alltag für Schizophrenie-Kranke

LONDON (mut). Abwertende Bemerkungen, Vorurteile, Ablehnung - für Schizophrenie-Kranke in Europa gehört dies immer noch zum Alltag. Aus Angst, ihre Freunde oder den Job zu verlieren, trauen sich die meisten nicht, offen über ihre Krankheit sprechen.

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Knapp drei Viertel der Schizophrenie-Kranken versuchen daher, die Diagnose geheim zu halten, so das Ergebnis einer Umfrage mit knapp 730 Patienten aus 27 überwiegend europäischen Ländern (The Lancet online). Für die Untersuchung wurden erstmals länderübergreifend Schizophreniekranke in persönlichen Interviews und mit einem neuen Fragebogen ausführlich zur Stigmatisierung befragt.

Am meisten sorgten sich die Betroffenen um ihren Freundeskreis. 47 Prozent hatten aufgrund ihrer Krankheit Freunde verloren oder Probleme, welche zu finden. Doch auch in ihren Familien treffen sie auf wenig Verständnis: 43 Prozent gaben an, dass sie wegen ihrer Krankheit von Familienmitgliedern gemieden oder benachteiligt wurden, 29 Prozent berichteten über Benachteiligungen am Arbeitsplatz - das entspricht exakt dem Anteil der Patienten, die überhaupt noch einen Job haben. Zwei Drittel der Befragten bemühten sich gleich gar nicht mehr, einen Job zu suchen - aus Angst vor Diskriminierung. Immerhin 27 Prozent erlebten Diskriminierung auch in der Partnerschaft.

Ein positives Ergebnis: Deutschland schnitt im Vergleich mit 21 europäischen Ländern recht gut ab: Danach war die Stigmatisierung in Spanien am geringsten, Deutschland belegte den vierten, Frankreich den letzten Platz.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Mehr Toleranz für psychisch Kranke

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