Ärzte Zeitung, 28.06.2004

Langzeitstudie bestätigt: Raucher leben kürzer

OXFORD (sko). Zigarettenraucher sterben im Schnitt zehn Jahre früher als Menschen, die nicht rauchen. Das hat eine jetzt ausgewertete englische Langzeitstudie über 50 Jahre ergeben. Ein erfreulicher Aspekt: Auch wer mit 60 aufhört, kann die Lebenserwartung um drei Jahre nach oben korrigieren.

Knapp 34 500 Ärzte in Großbritannien, die zwischen 1900 und 1930 geboren worden waren, wurden von 1951 an regelmäßig zu ihren Rauchgewohnheiten gefragt. Gleichzeitig wurde erfaßt, wie viele der Männer im Laufe von 50 Jahren starben, wie Sir Richard Doll, emeritierter Professor aus Oxford, Professor Sir Richard Peto, ebenfalls aus Oxford, und ihre Kollegen berichten (BMJ 328, 2004, 1519). Der inzwischen 92jährige Doll gilt als einer der ersten, die den Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs belegt haben.

Die Wissenschaftler stellten fest, daß Männer, die nie geraucht hatten, durchschnittlich zehn Jahre länger lebten als diejenigen, die den größten Teil ihres Lebens geraucht hatten. Das durchschnittliche Alter, in dem die Raucher mit ihrem Laster begannen, lag bei 18 Jahren.

Wer im Laufe der 50 Jahre aufhörte zu rauchen, profitierte davon: Rauchverzicht mit 60, mit 50 oder mit 40 Jahren erhöhte die Lebenserwartung um drei, sechs und neun Jahre. Wer schon mit 30 wieder mit dem Rauchen aufhörte, hatte eine Lebenserwartung wie Nichtraucher.

Das Risiko, im Alter zwischen 35 und 70 Jahren zu sterben, war bei den zwischen 1900 und 1909 geborenen Rauchern doppelt so hoch wie für die im gleichen Zeitraum geborenen Nichtraucher. Bei in den 20er Jahren geborenen Männern verdreifachte sich dieses Risiko sogar.

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