Ärzte Zeitung online, 28.08.2012

Studie über 38 Jahre zeigt

Kiffen macht dumm

Wer Cannabis raucht, schadet nicht nur seiner Gesundheit, sondern auch seinem Gehirn. Eine Langzeitstudie aus den USA zeigt: Kiffen lässt den IQ unwiderruflich schrumpfen - ganz besonders bei Jugendlichen.

Kiffen macht dumm

Der IQ von Kiffern nimmt umso stärker ab, je früher er mit dem Cannabis-Rauchen begonnen hat.

© Richard Villalon / fotolia.com

WASHINGTON (dpa). Cannabis zu rauchen macht nach einer US-Studie dumm - vor allem junge Menschen.

Forscher um Madeline Meier von der Duke University in Durham (Bundesstaat North Carolina) fanden in einer fast 40 Jahre andauernden Studie heraus, dass Hanfkonsum das zentrale Nervensystem unwiderruflich schädigen und den Intelligenzquotienten (IQ) senken kann (PNAS 2012; online 27. August).

Nach Angaben der Wissenschaftler nimmt der IQ umso stärker ab, je früher die Menschen beginnen, Cannabis zu sich zu nehmen. Bei dauerhaften Konsumenten stellten sie fest, dass sich bestimmte Bereiche des Gehirns deutlich verschlechterten und dieser Zustand über Jahre anhält.

Studie mit 1000 Teilnehmern

Nach Angaben der Forscher zeigten ihre Untersuchungen darüber hinaus, dass Langzeit-Kiffer mehr Probleme haben, sich zu konzentrieren oder sich an etwas zu erinnern.

Insbesondere Jugendliche laufen der Studie zufolge Gefahr, zu dauerhaften Konsumenten zu werden, je früher sie in Kontakt mit der Droge kommen. Auch ihr IQ nahm deutlich ab.

Das jugendliche Gehirn ist nach Angaben der Forscher nicht in der Lage, sich völlig von den Folgen zu erholen. Während des Wachstums mache das Gehirn von Jugendlichen entscheidende Veränderungen durch. Cannabis habe Effekte, die das Nervensystem nachhaltig schädigten.

Für ihre Studie untersuchten die Forscher über 1000 Menschen, die Anfang der 70er Jahre in Neuseeland geboren worden waren. Meier und ihre Kollegen begleiteten die Teilnehmer 38 Jahre lang.

[29.08.2012, 08:41:48]
Denis Nößler 
Quelle
Herr List hat natürlich Recht.

Wir haben die Quelle zum Paper in PNAS ergänzt. Die Veröffentlichung geht zurück auf die prospektive Dunedin-Studie, eine Kohorte von 1037 US-Amerikanern, die 1972 oder 1973 geboren sind. Ihre Erkenntnisse zu den Folgen des Cannabis-Konsums haben die Forscher aus diversen Interviews und neuropsychologischen Tests mit den Teilnehmern im Alter von 18, 21, 26, 32 und 38 Jahren gezogen.

Herzlichst,
die Redaktion zum Beitrag »
[28.08.2012, 22:10:41]
Jürgen List 
Kiffen macht dumm
Das Resumee dieser Studie geistert auch durch die Tageszeitungen. Aber wie seriös ist diese Studie? Wie sieht die Vergleichsgruppe aus? Wer hat sie durchgeführt? Wo wurde sie veröffentlicht? Alles Fragen die zur Beurteilung wichtig sind und ich würde mir wünschen, dass in der Ärztezeitung hierzu Angaben gemacht werden. Ohne die ist diese Nachricht wertlos und trägt zur Volksverdummung bei. (Schon mal überlegt wie dumm Alkohol macht?) Wohl gemerkt: ich will nicht dem Haschischkonsum das Wort reden, sondern ich wünsche mir Beiträge mit Quellenangaben, so dass sie überprüfbar werden! zum Beitrag »

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