Ärzte Zeitung, 09.06.2004

Akupunktur kann bei extrem schmerzempfindlichen Narben helfen

Narbenneuralgie äußert sich bei einigen Patienten in Form diffuser Organbeschwerden

Narben nach Verletzungen oder Operationen können sowohl tief subkutan als auch auf der Oberfläche der Haut verhärten und eine Narbenneuralgie auslösen. Diese kann sich bei einigen Patienten auch als diffuse Organbeschwerden äußern. Über gute Erfahrungen mit einer Akupunktur-Therapie bei einer betroffenen jungen Patientin berichtet in unserer heutigen Schmerzkasuistik Dr. Ahmad Hakim-Meibodi aus Bad Arolsen.

  • Die aktuelle Situation

Wenn auch Sie eine interessante Kasuistik zum Thema Schmerztherapie haben, schreiben Sie uns Ihren Fall.

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Wir werden sie an unsere Experten weiterleiten. Schreiben Sie per Email an: med@aerztezeitung.de

Eine 36jährige Patientin besucht unsere Schmerzambulanz, da sie seit Jahren erfolglos wegen hartnäckiger krampfartiger Oberbauchbeschwerden behandelt wird. Sie ist depressiv, ängstlich und sehr verzweifelt, da sie sich als Simulantin deklariert fühlt. Sie ist deswegen einem psychischen Zusammenbruch nahe.

Bei der Inspektion des Abdomens fällt eine lange, über den Thorax bis unterhalb des Nabels verlaufende, teilweise hochrote Narbe auf mit vielen Ecken und Winkeln. Im Bereich der Narbe ist die Schmerzschwelle so niedrig, daß bereits eine leichte Berührung als extrem schmerzhaft empfunden wird.

  • Was ist bisher passiert?

Die Patientin berichtet, daß sie als Säugling wegen eines großen Zwerchfelldefektes zweimal operiert werden mußte. Bereits als Kind fingen dann die Oberbauchbeschwerden an. Wegen der krampfartigen Schmerzen wurden in den vergangenen 30 Jahren zwar mehrmals intensiv alle Abdomenorgane untersucht, doch kein behandelnder Arzt fand eine organische Erklärung für die Beschwerden. Auf die Narbe wurde bei den Untersuchungen nach ihren Angaben nie eingegangen.

  • Was ist nun zu tun?

Da der Bauch der Patientin so extrem berührungsempfindlich ist, kann keine tiefe Regionalanästhesie angewendet werden, wie sie sonst bei Narbenschmerzen oft hilfreich ist, da alle aktivierten Narbenzonen damit erreicht werden.

Wir entschließen uns daher zu einer Akupunkturbehandlung mit einem Softlaser mit den Frequenzen A. B. F. (A ist antientzündlich, B fördert die Ernährung, F bessert die Narbenqualität). Bereits nach drei solcher Behandlungen läßt die Allodynie so nach, daß die aktiven Narbenpunkte in der Oberfläche und in der Tiefe mit einer Goldnadel akupunktiert werden können. Nach zehn solcher Behandlungen ist die Narbe blaß und fast glatt geworden. Die Bauchschmerzen sind seither dauerhaft verschwunden. Eine tiefe Regionalanästhesie wurde gar nicht benötigt.

Die Patientin erhält seit nunmehr über drei Jahren alle drei Monate vorsorglich eine Akupunkturbehandlung der Narbe und ist weiterhin beschwerdefrei.

FAZIT

Aktive Narben können offenbar mit der Zeit Störfelder aufbauen, die zum einen unspezifische Organbeschwerden auslösen und zum anderen die Schmerzschwelle in betroffenen Bereichen extrem erniedrigen.

Mit einer Softlasertherapie und einer tonisierenden Akupunkturbehandlung kann nach meinen Erfahrungen ein extremer Narbenschmerz so erfolgreich gelindert werden, daß eine tiefe Regionalanästhesie nicht mehr nötig ist.

 

Weitere Beiträge zur Serie:
"Schmerz - Fallbeispiele aus der Praxis"

Folge 25

Folge 24

Folge 23

Folge 22

Folge 21

Folge 20

Folge 19

Folge 18

Folge 17

Folge 16

Folge 15

Folge 14

Folge 13

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Folge 11

Folge 10

Folge 9

Folge 8

Folge 7

Folge 6

Folge 5

Folge 4

Folge 3

Folge 2

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