Ärzte Zeitung, 04.05.2006

Vor NSAR-Therapie sollte H. pylori verschwinden

Eradikationstherapie beugt Magengeschwüren bei Patienten vor, die langfristig NSAR benötigen

WIESBADEN (grue). Patienten, die für längere Zeit nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) einnehmen müssen, sollten vorher eine mögliche Infektion mit H. pylori auskurieren. Denn mit einer erfolgreichen Therapie gegen diesen Erregern läßt sich das Risiko für NSAR-bedingte Magengeschwüre mehr als halbieren.

Wird eine Infektion mit Helicobacter pylori vor Beginn einer NSAR-Langzeittherapie erfolgreich auskuriert, beträgt das Ulkus-Risiko etwa zwölf Prozent, ohne Eradikation dagegen 34 Prozent. Dieses Ergebnis einer kontrollierten Studie stellte Professor Peter Malfertheiner aus Magdeburg bei einer Veranstaltung der Unternehmen Altana und Abbott in Wiesbaden vor.

Um das Risiko für NSAR-bedingte Magengeschwüre nach der Eradikation noch weiter zu senken, sollten die Patienten zusätzlich eine magenschützende Therapie mit Protonenpumpenhemmern (PPI) erhalten. "Die Eradikation von H. pylori und die Behandlung mit einem PPI haben eine additive Wirkung und bieten Patienten während der Therapie mit NSAR einen optimalen Magenschutz", sagte Malfertheiner.

Zur Leitlinien-gerechten H.pylori-Eradikation erhalten Patienten sieben Tage eine Dreifachkombination mit einem PPI sowie zwei Antibiotika, etwa Clarithromycin und Amoxicillin. Eine solche Eradikationstherapie läßt sich einfach praktizieren: In dem Präparat ZacPac® sind der PPI Pantoprazol und die beiden Antibiotika in sieben zweigeteilten Tagesblistern mit je einer Morgen- und Abenddosis enthalten. "So etwas fördert die Compliance und garantiert den Therapie-Erfolg", sagte Malfertheiner. Die Eradikationsrate beträgt etwa 92 Prozent.

Der Erfolg wird frühestens vier Wochen nach der Tripel-Therapie mit dem C13-Atemtest kontrolliert. Zwei Wochen vor dem Atemtest muß der NSAR-begleitende PPI vorübergehend abgesetzt werden. Sollte die Eradikation beim ersten Versuch fehlschlagen, kann die Behandlung nach Austausch von Clarithromycin gegen Rifabutin oder Levofloxacin wiederholt werden. Ein Resistenztest ist nach Angaben von Malfertheiner erst nach zwei Fehlversuchen nötig.

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