Ärzte Zeitung, 26.11.2007

Spiegeltherapie lindert den Phantomschmerz

BETHESDA (ddp). Eine Spiegeltherapie lindert Phantomschmerzen offenbar auch nach Fußamputationen. Das haben Mediziner um Dr. Jack Tsao aus Bethesda herausgefunden (NEJM 357, 2007, 2206). Für ihre Studie versuchten 6 von 18 Patienten nach Fußamputation, den fehlenden Fuß zu bewegen. Ein Spiegel gab ihnen die Illusion, der Fuß sei noch da und sie könnten ihn tatsächlich bewegen. Bei sechs Patienten war der Spiegel verhängt, die restlichen sechs Probanden stellten sich nur vor, den amputierten Fuß zu bewegen.

Alle Patienten in der Spiegelgruppe hatten nach vier Wochen mit täglich 15 Minuten Übung deutlich weniger Schmerzen als die der Kontrollgruppen. Die Forscher vermuten, dass der Phantomschmerz von einem Wahrnehmungskonflikt abhängt: Die Patienten meinen, den fehlenden Körperteil zu fühlen, sehen ihn aber nicht. Phantomschmerz stellt sich bei etwa 90 Prozent der Patienten mit Amputationen ein.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

30 Minuten Bewegung am Tag verhindern jeden 12. Todesfall

Bewegung verlängert das Leben, das bestätigt die bisher größte Studie zum Thema. Und: Bewegung im Alltag reicht dazu schon aus, es muss kein anstrengender Sport sein. mehr »

Welche Gesundheitspolitiker bleiben im Bundestag?

So sehr sich der Bundestag verändert - viele aus der Gesundheitspolitik vertraute Gesichter werden vermutlich wieder im Gesundheitsausschuss arbeiten. Eine Auswahl. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »