Ärzte Zeitung, 15.08.2013
 

Kommentar zu Durchbruchschmerzen-Leitlinie

Stiefmütterliche Analgesie

Von Peter Leiner

Es wird geschätzt, dass etwa 80 Prozent der Krebspatienten über Tumorschmerzen klagen, und es bei bis zu 80 Prozent davon trotz adäquater Analgesie zu tumorbedingten Durchbruchschmerzen kommt.

Diese Schmerzen treten blitzartig auf, sind extrem stark und werden nicht selten als unerträglich empfunden. Wie stiefmütterlich Durchbruchschmerzen bisher behandelt werden, wird daran deutlich, dass bisher eine einheitliche Definition dieser Schmerzen sowie eine Leitlinie zur Therapie fehlten.

Es ist deshalb zu begrüßen, dass nun mehr als 250 Schmerztherapeuten ihre Erfahrungen und ihr Wissen für das Zusammenstellen von Empfehlungen eingebracht haben, die die Versorgung dieser Patienten verbessern werden. Das therapeutische Arsenal dazu ist vorhanden.

Jetzt geht es darum, zum einen Ärzten zu helfen, Ausbildungsdefizite bei der Erkennung dieses Schmerztyps zu überwinden, und zum anderen die vorhandenen Therapieoptionen optimal auszuschöpfen. Dazu kann die erste Praxisleitlinie für tumorbedingte Durchbruchschmerzen eine wertvolle Hilfe sein.

Dass es auch eine Version speziell für die Krebskranken gibt, macht deutlich, wie sehr Schmerztherapeuten auf gut informierte Patienten setzen - eine der Voraussetzungen für den Therapieerfolg.

Lesen Sie dazu auch:
Krebs: Leitlinie zu Durchbruchschmerzen

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