Rheuma

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Ärzte Zeitung, 10.01.2005

Komfort ist Trumpf bei einer Orthese der Halswirbelsäule

Harte Stütze schränkt Bewegung nicht mehr ein als weiche

Auf gute Paßform sollte bei Zervikalstützen geachtet werden. Foto: ÄZ

MÜNCHEN (ner). Welche Stütze man bei Störungen der Halswirbelsäule (HWS) auswählen sollte, ist aus medizinischer Sicht egal, haben biomechanische und klinische Tests ergeben.

Viele Halskrawatten und Zervikalstützen werden angeboten, komfortable weiche bis harte, verstärkte Stützen. Sie sollen die Beweglichkeit einschränken und entlastend wirken.

Biomechanische Tests mit zehn Zervikalstützen haben Steifigkeitsunterschiede bei axialer Belastung sowie Seitneigung und Reklination ergeben, berichten Professor Wolfgang Plitz vom Klinikum Großhadern in München sowie Professor Georg von Salis-Soglio aus Leipzig in "Zeitschrift für Orthopädie" (142, 2004, 421). Klinisch war dies jedoch kaum von Bedeutung.

Bei 30 gesunden Teilnehmern wurde die Bewegungseinschränkung mit den Orthesen mit einem Goniometer gemessen. Die Unterschiede waren nicht signifikant. Hohe Steifigkeit einer Zervikalstütze bedeute nicht, daß die Bewegung mehr eingeschränkt sei. Der Tragekomfort sei aber geringer. Unklar sei, ob hohe Steifigkeit die Wirbelsäule besser entlaste.

Die Autoren raten, bei Zervikalstützen auf eine gute Paßform und limitierte Tragedauer zu achten. Zudem sei Krankengymnastik zu empfehlen.

Indiziert seien die HWS-Orthesen etwa beim degenerativem Zervikalsyndrom, bei zervikalen Wurzelreizsyndromen oder zur Ruhigstellung nach Op. Beim Schleudertrauma werden Halskrawatten inzwischen kritisch gesehen (wir berichteten).

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