Ärzte Zeitung, 17.07.2009

Fußhöcker: Manchmal drückt ein prominentes Kahnbein im Schuh

Ursache von Schmerzen über dem Fußrücken können knöcherne Prominenzen sein. Manchmal hilft nur, sie abmeißeln zu lassen.

Röntgenbild: Das mit Pfeil gekennzeichnete prominente Kahnbein (Os naviculare cornuatum, links) wurde operativ stark verkleinert (rechts).

Fotos: Schuh, Höhnle

Von Thomas Meißner

Drückende Schuhe führten bei einem 56-jährigen Patienten zu Schmerzen am Fußrücken, wie Privatdozent Alexander Schuh aus Neumarkt in der Oberpfalz berichtet. Diese Beschwerden seien von arthrosebedingten Gelenkschmerzen überlagert worden, so der Orthopäde in der "Münchner Medizinischen Wochenschrift" (22, 2009, 44).

Es handelte sich dabei um den relativ seltenen dorsalen Fußhöcker. Diese Prominenz sei deutlich tastbar, die Haut lokal gerötet, unter Umständen liege eine Bursitis vor, so Schuh. Am häufigsten befinde sich der Höcker zwischen dem Os cuneiforme I und dem Os metatarsale I, seltener am Kahnbein. Auf dem Röntgenbild des Patienten war ein deutlich prominentes Kahnbein (Os naviculare cornuatum) zu erkennen.

Bei mäßigen Beschwerden kann zunächst ein konservativer Therapieversuch erfolgen: Die Patienten sollten Schuhe mit weichem, geweitetem Schuhoberleder oder eine gepolsterte Schuhzunge benutzen. In Frage kommen auch Einlagen, die Hohllagerung mit einem Filzring oder zum Beispiel die Lokalanästhesie. Bestehen die Schmerzen weiter, müssen Randwülste der betroffenen Knochen chirurgisch reseziert werden, gegebenenfalls inklusive des Schleimbeutels. Nach Entfernung akzessorischer Knochen (Os tibiale externum) sei oft eine mehrwöchige Gipsnachbehandlung erforderlich, meint Schuh. Denn nach der Resektion ist der Ansatz der Sehne des Musculus tibialis posterior deutlich geschwächt. Mit dem Gips soll die Sehnenruptur verhindert werden.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Kinderschutzhotline - Heißer Draht zu Ärzten

Über den Verdacht auf Kindesmissbrauch sprechen, ohne die Schweigepflicht zu verletzen: Das ermöglicht seit 2017 die Medizinische Kinderschutzhotline - eine Zwischenbilanz. mehr »

Hypertonie vor 40. Lebensjahr ist riskant

Junge Erwachsene, die einen erhöhten Blutdruck gemäß den US-amerikanischen Leitlinien von 2017 entwickeln, haben ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als Normotoniker. mehr »

Appell zur rationalen Antibiotika-Gabe

Anlässlich des 11. Europäischen Antibiotika-Tages rufen KBV und vdek zum rationalen Einsatz von Antibiotika bei Erkältungen und Grippe auf. mehr »