Ärzte Zeitung online, 11.10.2019

Welt-Rheuma-Tag

Patient der Rheuma-Frühsprechstunde zu sein zahlt sich oft aus

BERLIN. Zum Welt-Rheuma-Tag am 12. Oktober stellt die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) die Bedeutung von Rheuma-Frühsprechstunden heraus. Deren Nutzen sei erst kürzlich in einer Übersichtsarbeit bestätigt worden (Z Rheumatol 2019; 78, 8: 722–742).

Die Sektion Rheumatologie des Uniklinikums Heidelberg betreibt seit Februar 2016 eine Screeningsprechstunde. Seit Februar 2018 werden dort in der „SCREENED“-Studie Daten erhoben und diese mit denen weiterer Modelle von Frühsprechstunden deutschlandweit verglichen. Die verschiedenen Konzepte arbeiten auf eine frühestmögliche Therapieeinleitung hin. Sie nutzen hierfür vorgeschaltete telefonische Abfragen, Fragebögen, Checklisten oder computer-basierte Algorithmen.

Einige an der Studie beteiligten rheumatologischen Zentren hätten nachweisen können, dass Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA), die infolge der Versorgung in der Frühsprechstunde früh adäquat behandelt wurden, häufiger in Remission kommen. Remissionen seien umso häufiger, je kürzer Patienten erkrankt sind, „was uns geradezu verpflichtet, die Therapie so früh wie möglich einzuleiten“, wird die Heidelberger Rheumatologin Dr. Karolina Benesova, Erstautorin der Studie, zitiert. Von 206 Patienten mit entzündlich-rheumatischer Erkrankung erreichten 120, also 58 Prozent, eine komplette Remission, bei Patienten mit neu diagnostizierter RA sogar 70,8 Prozent.

Die Modelle der Screening- oder Frühsprechstunden sind vielfältig. „Unabhängig vom Konzept sind sie vor allem dann erfolgreich, wenn sie sich regionalen Strukturbesonderheiten anpassen“, so Benesova in der Mitteilung der DGRh. Das sei in den heterogenen deutschen Versorgungsstrukturen unerlässlich. Um zukünftig messen zu können, welche Modelle sich am besten für welche Versorgungssituation eignen, entwickelt die DGRh derzeit Qualitätsindikatoren.(mal)

Weitere Infos zum Aktionstag und Veranstaltungen: www.rheuma-liga.de

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