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Sattelnase und Schmerz bei seltener Rheumaform

WIESBADEN (bib). Bei Patienten mit einer Sattelnase denken viele Kollegen wahrscheinlich als erstes an eine Lues. Bei starken Schmerzen und progredienter Knorpelzerstörung kann jedoch eine seltene Systemerkrankung dahinter stecken: die Polychondritis. Sie kann eigenständig oder auch sekundär bei anderen rheumatologischen Erkrankungen vorkommen.

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Darauf hat Professor Frank Buttgereit aus Berlin beim Internistenkongreß in Wiesbaden hingewiesen. Buttgereit forscht und arbeitet in der Abteilung Rheumatologie und Klinische Immunologie der Charité.

Vier von einer Million Einwohner erkranken jährlich an der Autoimmunkrankheit. In bis zu 85 Prozent sind die Gelenke, in bis zu 60 Prozent die Augen, in 50 Prozent Herz und Gefäße und in etwa zehn Prozent die Nieren beteiligt. Rezidivierende Entzündungen führen zur Zerstörung knorpeliger Gewebsstrukturen und Deformierungen von Nase und Ohren. Auch die Atemwege können betroffen sein, etwa in Form einer Säbelscheidentrachea. An Herz und Gefäßen sind Vaskulitiden möglich, sowie die Ausbildung von Aneurysmata. Durch eine vestibuläre oder cochleäre Vaskulitis kann es zu Hör- und Gleichgewichtsstörungen kommen. Zu den möglichen Augenbeteiligungen zählen etwa eine ulzerative Keratitis, Skleritis oder Episkleritis.

Zur Behandlung bei milden Entzündungen von Gelenkknorpeln, Nase und Ohren werden nach Angaben von Buttgereit nichtsteroidale Antirheumatika verordnet. Bei schweren Verläufen und bei akuten Exazerbationen sind Glukokortikoide erforderlich. Zusätzlich können eventuell Dapson - zum Beispiel bei respiratorischen Komplikationen - oder Colchizin eingesetzt werden. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate beträgt 74 Prozent.

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