Ärzte Zeitung, 16.06.2004

Kombitherapie stoppt Gelenkläsionen bei Rheuma

Etanercept plus Methotrexat deutlich effektiver als beides als Monotherapie / Gelenkschäden können gar abnehmen

BERLIN (otc). Bei etwa 40 Prozent der Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) läßt sich eine Remission erreichen, wenn sie mit Etanercept plus Methotrexat (MTX) behandelt werden. Zudem nehmen die Gelenkschäden bei 80 Prozent der Patienten nach einem Jahr nicht zu.

Diese Zwei-Jahres-Ergebnisse der insgesamt drei Jahre dauernden TEMPO-Studie hat Professor Jörn Kekow aus Vogelsang bei Magdeburg beim Europäischen Rheumakongreß (EULAR) vorgestellt. Das Akronym TEMPO steht für Trial of Etanercept and Methotrexat with Radiographic Patient Outcomes.

An der Studie haben insgesamt mehr als 680 Patienten mit RA teilgenommen. Geprüft werden Wirksamkeit und Sicherheit von MTX, des TNF-alpha-Hemmers Etanercept (Enbrel®) sowie der Kombination aus beidem.

Die Patienten hatten zu Studienbeginn im Schnitt seit 6,6 Jahren RA. Voraussetzung für die Teilnahme an der Studie war, daß sie auf mindestens ein Basistherapeutikum - ausgenommen MTX - nicht ausreichend angesprochen hatten, so Kekow bei einer Veranstaltung von Wyeth. Die Teilnehmer hatten entweder vorher noch nie MTX erhalten oder waren mindestens sechs Monate nicht mehr damit behandelt worden.

Es gibt drei Gruppen: 228 Patienten erhalten bis zu 20 mg MTX pro Woche, 223 bekommen Etanercept 25 mg als subkutane Injektion zweimal pro Woche, und 231 Patienten Etanercept plus MTX. Nach zwei Jahren kam es mit der Kombitherapie bei 40,7 Prozent der Patienten zu einer kompletten Remission, mit Etanercept allein waren es 23,3 Prozent und mit MTX 15,8 Prozent.

Diese Verdoppelung der Remissionsrate sei ein phantastischer Erfolg, sagte Kekow. Zudem sei bei den meisten Patienten im Röntgenbild nicht nur der Abbau des Knochens gestoppt worden, sondern sogar ein Rückgang der Schäden zu erkennen.

Unerwünschte Wirkungen des TNF-alpha-Hemmers habe es relativ wenige gegeben, so Kekow. Vor allem gehe von dem TNF-alpha-Hemmer keine erhöhte Tuberkulose-Gefahr für die Patienten aus.

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