Ärzte Zeitung, 06.09.2005

Antikörper wirkt bei Rheuma umso besser, je früher er injiziert wird

Frühe Therapie mit Adalimumab plus Methotrexat bei rheumatoider Arthritis

WIEN (grue). TNF-alpha-Hemmstoffe wirken bei rheumatoider Arthritis (RA) umso besser, je früher sie angewandt werden. Das bestätigt auch die PREMIER-Studie mit Adalimumab. Der Wirkstoff ist jetzt auch zur Therapie bei schwerer, aktiver und progressiver RA bei Erwachsenen zugelassen, die zuvor nicht mit Methotrexat behandelt worden sind.

Hände einer Patientin mit rheumatoider Arthritis. Mehrere Gelenke beider Hände sind deutlich geschwollen. Foto: Abbott

In der PREMIER-Studie wurde Adalimumab (Humira®) bei Patienten geprüft, die seit weniger als drei Jahren an RA erkrankt waren und noch kein Methotrexat (MTX) erhalten hatten. Die insgesamt 800 Studienteilnehmer wurden mit Adalimumab 40 mg alle zwei Wochen, mit MTX 20 mg wöchentlich oder kombiniert mit beiden Substanzen behandelt.

"Die Kombination hat dabei am besten abgeschnitten", hat kürzlich Professor Ronald van Vollenhoven aus Stockholm bei einer Veranstaltung des Unternehmens Abbott beim Rheumatologen-Kongreß in Wien berichtet. Bei fast jedem zweiten Patienten reduzierte sich die Krankheitsaktivität um mindestens 70 Prozent (ACR 70), mit den Monotherapien wurde das jeweils bei nur 30 Prozent der Patienten erreicht.

Zudem schritten mit der Kombitherapie die radiologisch diagnostizierten Gelenkschäden bei zwei von drei Patienten nicht fort. Mit den Monotherapien konnte die Gelenkzerstörung jeweils nur bei etwa 30 Prozent der Patienten aufgehalten werden.

Der Therapieerfolg mit dem Biological lasse sich aber am besten an der Rate klinischer Remissionen ablesen, so der Rheumatologe. Das sind Patienten mit einem Wert von unter 2,6 im DAS28, einem Score, der zum Beispiel die Zahl druckschmerzhafter und geschwollener Gelenke, Laborparameter wie das C-reaktive Protein und die subjektive Bewertung der Krankheitsaktivität durch den Patienten berücksichtigt.

Mit der Kombination aus Biological und MTX waren 40 Prozent der Patienten nach einem Jahr und 50 Prozent nach zwei Jahren in Remission, wie von Vollenhoven berichtet hat. Mit einer MTX-Monotherapie lag nach zwei Jahren eine klinische Remission dagegen nur bei jedem vierten so behandelten Patienten vor.

Die Therapie wurde überwiegend gut vertragen, auch seien in Verbindung mit dem sehr frühen Therapiebeginn keine neuen Nebenwirkungen aufgetreten, so Vollenhoven.

Mit einem Computer-Programm kann der DAS28 einfach berechnet werden. Das Programm basiert auf einer Office-Anwendung und läßt sich von der Webseite www.humira.de (Fachkreise/Rheumatoide Arthritis/Diagnostische Methoden-Score/Krankheitsaktivität) herunterladen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Neue Arzneien zum Schutz vor Brüchen

Osteoporose wird oft übersehen. Der Welt-Osteoporose Tag rückt die Erkrankung ins Bewusstsein. Zum Schutz vor Frakturen werden derzeit neue Substanzen erprobt. mehr »

Vergangenheit, die nicht vergeht

Ramstein, Eschede, Loveparade in Duisburg: Großunglücke lassen bei Opfern und oft auch bei Einsatzkräften seelische Wunden zurück. Psychotraumatologen können den Betroffenen in der Regel gut helfen. mehr »

Politik hat die Bedeutung der Arzneimittelforschung erkannt

Gute Versorgungsideen sind in der Politik willkommen, stellte Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Springer Medizin Gala zum Galenus-von-Pergamon-Preis klar. mehr »