Ärzte Zeitung, 26.06.2006

Bei RA haben Männer besseren Therapie-Erfolg als Frauen

Jeder zweite männliche Patient erreicht Remission, aber nicht einmal jede dritte Frau

AMSTERDAM (gvg). Die Rheumatoide Arthritis (RA) betrifft Frauen häufiger als Männer. Doch nicht nur das: Bei Frauen, die an RA erkrankt sind, ist auch die Chance auf eine Remission schlechter.

An dieser Hand hat die Rheumatoide Arthritis bereits deutliche Spuren hinterlassen. Frauen haben eine schlechtere Prognose als Männer. Foto: ugr

Das hat eine Untersuchung an der schwedischen Universität Lund ergeben, die auf dem Europäischen Rheumatologenkongreß (EULAR) in Amsterdam vorgestellt wurde. Knapp 700 RA-Patienten, die Ende der neunziger Jahre die Ambulanzen schwedischer Kliniken aufgesucht hatten, nahmen an der Studie teil.

"Die Mehrheit der Patienten erreicht mit den klassischen Therapien keine dauerhafte Remission", sagte Studienleiter Dr. Björn Svensson. So waren bei der Nachuntersuchung nach zwei Jahren nur 38 Prozent aller Patienten in Remission. Beurteilt wurde das nach dem in der Rheumatologie üblichen Krankheitsaktivitätsscore DAS28, in den Symptome und funktionelle Parameter eingehen. Eine Remission liegt vor, wenn der Score kleiner als 2,6 ist. Auch nach fünf Jahren Behandlung waren demnach nur 39 Prozent der RA-Patienten in Remission.

Bei genauer Überprüfung ergab sich, daß nicht die Krankheitsaktivität, sondern das Geschlecht den höchsten Vorhersagewert für das Erreichen einer Remission hatte. Nach zwei Jahren hatte die Hälfte der Männer eine Remission erreicht, aber nicht einmal jede dritte Frau - ein hochsignifikanter Unterschied. Nach fünf Jahren sah es ganz genauso aus.

"Den Grund dafür kennen wir nicht", so Svensson. An der Behandlung lag es nicht, denn Männer und Frauen wurden zu gleichen Anteilen mit den gleichen Präparaten therapiert. Auch der Zeitpunkt des Therapiebeginns und das Alter der Patienten waren nicht maßgeblich. Svensson: "Wir können daraus nur lernen, daß vor allem bei Frauen stärkere Anstrengungen nötig sind, um die Arzneimitteltherapie zu optimieren."

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