Ärzte Zeitung, 23.09.2008

Kommentar

Absolute Sicherheit kann es nicht geben

Von Michael Hubert

Hinein in die Asialäden! Koffer aufgemacht am Flughafen! Gesucht werden Milchprodukte aus China. Jetzt läuft sie wieder, die staatliche "Wir-handeln-schnell"-Maschinerie.

Dabei ist die Einfuhr von Molkereiprodukten aus China in die EU verboten. Es gibt auch keine Erkenntnisse, dass solche Erzeugnisse nach Deutschland gelangt sind. Aber: "Man kann es ja nicht ausschließen", sagen Politiker, Behörden, Verbraucherorganisationen. Also schwärmen sie aus, die staatlichen Kontrolleure. Es gilt, ein theoretisches Risiko zu beseitigen. Denn wir Verbraucher sollen uns ja sicher fühlen.

Gibt es wirklich keine sinnvolleren Möglichkeiten, Steuergelder auszugeben? Muss es wirklich die Jagd nach einem Phantom sein? Muss ein Staat überhaupt so fürsorglich sein, sogar theoretische Risiken für seine Bürger auszuschließen? Wollen wir Bürger das wirklich? Denn finanziert wird die staatliche Fürsorge über Steuern. Eine staatliche Kontrolle bei theoretischen Risiken ist Geldverschwendung. Besser wäre, die Steuern zu senken. Dann können Bürger selbst über ihr Geld entscheiden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Rätselhafter Demenz-Rückgang

Eine US-Studie deutet erneut auf eine fallende Demenz-Inzidenz, und zwar besonders in Geburtsjahrgängen ab 1925. Wisssenschaftliche Erklärungen für die Beobachtung fallen schwer. mehr »

Viele Gesundheitspolitiker verteidigen ihr Mandat

Die Großwetterlage hat sich verändert. Doch viele Fachpolitiker schaffen den Wiedereinzug ins Parlament. mehr »

Das Trauma nach der Loveparade

Das tödliche Gedränge bei der Loveparade im Sommer 2010 in Duisburg: Im ARD-Film "Das Leben danach" geht es um die Auswirkungen auf die traumatisierten Überlebenden. mehr »