Urologie

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Modul: Therapie des Testosteronmangels: Testosteronsubstitution – wann und wie?

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Ärzte Zeitung, 15.05.2009

Damit der Samenerguss nicht vorzeitig kommt

Bald erstmals ein orales Präparat verfügbar / Auch die Paarbeziehung bessert sich

MÜNCHEN (wst). Voraussichtlich im Juni 2009 kommt erstmals ein speziell für die Indikation Ejaculatio praecox entwickeltes orales Medikament auf den Markt. Es verzögert den vorzeitigen Samenerguss und verbessert damit die sexuelle Zufriedenheit der Männer und ihrer Partnerinnen.

Geprüft wurde das situativ einzunehmende Dapoxetin (Priligy®) in fünf Phase-III-Studien mit insgesamt mehr als 6000 Männern. Sie hatten seit mindestens sechs Monaten konstant vorzeitigen Samenerguss, berichtete Professor Hartmut Porst auf einem Symposium des Unternehmens Janssen-Cilag.

In allen Studien habe der kurz wirksame Serotonin-Wiederaufnahmehemmer gute Noten erhalten, so der Urologe aus Hamburg. Eine internationale Studie stellte er exemplarisch genauer vor (Eur Urol 55, 2009, 957). Daran teilgenommen haben 1162 Männer, die beim Geschlechtsverkehr eine intravaginale ejakulatorische Latenzzeit - die Zeit vom Einführen des Gliedes bis zum ungewollten Samenerguss - von weniger als zwei Minuten hatten.

Aufgeteilt in drei Gruppen, nahmen die Patienten über einen Zeitraum von 24 Wochen ein bis drei Stunden vor einem beabsichtigten Geschlechtsverkehr 30 mg oder 60 mg Dapoxetin oder Placebo ein. Die Partnerinnen waren angewiesen, die intravaginale ejakulatorische Latenzzeit (IELT) mit einer Stoppuhr zu messen.

Vor Therapiebeginn lag der mittlere IELT bei 0,9 Minuten. Nach den 24 Studienwochen hatte sich dieser Wert mit Placebo auf 1,9 Minuten erhöht, mit 30 mg Dapoxetin auf 3,2 Minuten und mit 60 mg auf 3,5 Minuten. Der Unterschied zwischen Placebo und Verum in beiden Dosierungen war signifikant und zeichnete sich schon in den ersten vier Wochen deutlich ab.

Die objektive Zustandsverbesserung mit Verum ging mit einer Reihe von subjektiven Positivurteilen einher, so Porst in München. Dazu gehörten: bessere Orgasmuskontrolle, Zunahme der beiderseitigen sexuellen Zufriedenheit und eine insgesamt bessere Partnerbeziehung.

Wegen unerwünschter Wirkungen - hauptsächlich Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen - brachen 3,9 Prozent der Patienten mit 30 mg Verum und 8,2 Prozent der Patienten mit der doppelten Dosis die Studie vorzeitig ab, in der Placebogruppe waren es 1,3 Prozent.

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