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Männer

Infertil durch Stopp der Meiose

Unfruchtbarkeit bei Männern kann auf einer Genmutation beruhen, wie eine Studie ergeben hat.

Veröffentlicht:

MÜNSTER / PITTSBURGH. Bei Männern, die ungewollt kinderlos sind, hat ein deutsch-amerikanisches Forscherteam Mutationen im TEX11-Gen nachgewiesen (NEJM 2015, online 13. Mai). Meist liege eine Störung der Meiose vor, dem wichtigsten Vorgang der Keimzellbildung, wird in einer Mitteilung der Universitätsklinik Münster erläutert.

Mutationen des TEX11-Gens führten im Hoden zu einem Meiosearrest: Die Spermienbildung funktioniert bis zur Meiose richtig, läuft danach aber nicht weiter. Das hat zur Folge, dass die Samenflüssigkeit keine Spermien enthält und die Männer keine Kinder zeugen können.

Möglich wurde die Entdeckung dieser Genmutation durch eine neue Technologie, die Microarray-basierte komparative genomische Hybridisierung (Array-CGH). Dabei haben die Wissenschaftler das X-Chromosom hochauflösend analysiert und kleine Stückverluste des TEX11-Gens bei zwei Männern identifiziert.

Auch bei weiteren unfruchtbaren Patienten ließen sich dann Punktmutationen mit einer Sequenzuntersuchung im TEX11-Gen feststellen.

Dafür untersuchten die Forscher aus Münster 240 Patienten und ihre Kollegen in Pittsburgh 49 Patienten. Anschließend wurden die Ergebnisse verglichen. Bei gesunden Männern mit normaler Spermienzahl fanden sich keine Mutationen des TEX11-Gens.

Dass die Ursache für die Infertilität so eindeutig geklärt wurde, verschaffe den Männern zumindest Klarheit, heißt es in der Mitteilung. Denn leider gebe es für sie derzeit noch keine Therapie, und die Paare könnten nur auf künstliche Befruchtung setzen. (eb)

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