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Ärzte Zeitung online, 09.01.2018

Langzeitfolgen

Penisfraktur versetzt Psyche einen Knacks

Nach einer Fraktur des Penis geht es mit dem Selbstwertgefühl vieler Männer bergab. Es gibt jedoch eine Möglichkeit, dem vorzubeugen.

Penisfraktur versetzt Psyche einen Knacks

Eine Penisfraktur versetzt vielen Männern einen Stich. Eine chirurgische Versorgung innerhalb der ersten 15 Stunden kann ihnen oftmals helfen.

© swedewah / Getty Images / iStock

SAMSUN. Penisfrakturen sind eher seltene urologische Notfälle, ihre Inzidenz wird in der Literatur mit 1/175.000 Notfallpatienten angegeben. Meist sind Unfälle beim Geschlechtsverkehr die Ursache, wenn etwa der rigide Penis gegen das Perineum oder das Schambein prallt.

Es kann zu raschen Drucksteigerungen auf bis zu 1500 mmHg kommen, was zu Rupturen der Tunica albuginea, bevorzugt im ventrolateralen Bereich, führen kann. Urologen um Mustafa Bolat vom Lehrkrankenhaus im türkischen Samsun haben die Folgen solcher Läsionen nun mit 64 Patienten mit Penisfraktur und 28 gesunden Kontrollpersonen untersucht (Int J Impot Res 2017; 29: 244–249).

Im Mittel wurden die Männer dafür 39 Monate nachbeobachtet. Neben etwaigen körperlichen Beschwerden standen auch eventuelle psychische Probleme im Fokus der Mediziner.

Keine Gliedverkürzung

An langfristigen körperlichen Folgeerscheinungen waren Knotenbildungen (1,6 Prozent), Verkrümmungen des Penis (1,6 Prozent) und erektile Dysfunktion (7,8 Prozent) festzustellen. Zu sensorischen Verlusten im Penis kam es in keinem Fall. Ob sich der Penis durch den Unfall verkürzt hatte, ließ sich mangels Ausgangsdaten nicht eruieren.

Ausgeprägter als die physischen waren die psychischen Folgen. Im Durchschnitt dauerte es zwei Jahre, bis sich das Seelenleben wieder normalisiert hatte. Während dieser Zeit kam es zu signifikanten Einbußen bei der Qualität der sexuellen Beziehung, aber auch beim Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl.

Orgasmusfähigkeit nicht eingeschränkt

Diese seelischen Einbußen erlitten Männer nach einer Penisfraktur, obwohl es im Vergleich zu den Kontrollen, die keine Penisfraktur erlitten hatten, keine Differenzen mit Blick auf die Erektionsfunktion, die Orgasmusfähigkeit und das Maß gab, in dem der Verkehr als befriedigend empfunden wurde. Das sexuelle Verlangen allerdings war im ersten Jahr nach der Fraktur eingeschränkt.

Es zeigte sich aber auch, dass eine frühe, innerhalb von 15 Stunden erfolgende chirurgische Versorgung der Penisfraktur dem Verlust des Selbstwertgefühls vorbeugt. Männer, die rasch versorgt worden waren, schnitten in dieser Hinsicht besser ab als Männer, deren gebrochenes Glied erst später behandelt worden war. (rb)

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