Ärzte Zeitung, 05.05.2004

Medizinische Betreuung rund um die Uhr

Professor Wilfried Kindermann leitet das Ärzte-Team / Zentrale im Olympischen Dorf

Erneut als Chefarzt bei Olympia im Einsatz: Der Internist und Sportmediziner Professor Wilfried Kindermann.
Foto: dpa

Etwa 440 Athleten aus Deutschland werden im Sommer zu den Olympischen Spielen nach Athen reisen. Für die medizinische Betreuung sind - wie schon vor vier Jahren bei den Spielen in Sydney - 22 Ärzte und 35 Physiotherapeuten zuständig.

Medizinischer Leiter und Chefarzt der deutschen Olympiamannschaft ist Professor Dr. Wilfried Kindermann, Leiter des Institutes für Sport- und Präventivmedizin der Universität des Saarlandes. Er war auch in Sydney als medizinischer Leiter dabei.

Behandelt werden die Sportler in der medizinische Zentrale im deutschen Quartier in Athen. Unter anderem stehen dort Geräte zur Diagnostik und Behandlung, Ultraschall, EKG und eine Apotheke zur Verfügung.

Zwei Ärzte und zwei Physiotherapeuten sind in der Zentrale tagsüber für die Sportler da, nachts gibt es eine Rufbereitschaft. Von dem Organisationskomitee (ATHOC) in Berlin wird zudem eine Poliklinik für die 15 000 Einwohner des Olympischen Dorfes eingerichtet.

In Seminaren werden die medizinischen Betreuer derzeit auf ihre Aufgaben vorbereitet. Ein Thema sind die klimatischen Bedingungen. Kindermann rechnet mit den heißesten olympischen Spielen der jüngeren Geschichte: In Athen liegt die Durchschnittstemperatur im Sommer bei 34 Grad Celsius, die Luftfeuchtigkeit beträgt im Mittel 55 Prozent.

Anlaß zur Sorge bestehe jedoch nicht, so Kindermann in einer Mitteilung des NOK. Der südländisch heiße Sommer im vergangenen Jahr habe einen Vorgeschmack darauf geliefert, was die Aktiven in Athen erwarte. Auch mögliche Ozonwerte von 200 bis 300 Mikrogramm pro Kubikmeter seien kein Anlaß zur Sorge.

"Das Einzige mir bekannte Sportereignis, bei dem es zu Zwischenfällen kam, die auf eine erhöhte Ozonbelastung zurückzuführen sind, war ein Spiel der Fußball-Nationalmannschaft 1993 in Mexiko-City. Die Ozonwerte im Aztekenstadion waren damals mit 600 Mikrogramm zwei bis dreimal so hoch, wie sie in Athen erwartet werden", so Kindermann. (ine)

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