Ärzte Zeitung, 10.01.2005

Langfristiges Engagement nötig

Von Jörg-Dietrich Hoppe

Bundesärztekammer-Chef Hoppe würdigt die Hilfe der Kollegen.

Ärzte stellen sich bei der Bewältigung der Katastrophe in Asien ihrer besonderen Verantwortung. Wir leisten humanitäre Hilfe, indem wir Verletzte versorgen, den Ausbruch von Seuchen verhindern, aber auch, indem wir Tote identifizieren, um für Angehörige Gewißheit zu schaffen.

Ärzte in Deutschland behandeln die Rückkehrer aus den Krisenregionen. Dabei gilt unser Augenmerk nicht nur den somatischen, sondern auch den psychischen Erkrankungen. Außerdem beteiligen wir uns über den Weltärztebund an der medizinischen Versorgung der betroffenen Menschen vor Ort.

Deutschen Ärzten, die sich für einen Einsatz in den Krisenregionen melden, gilt meine besondere Bewunderung. Zwar gehört das Erleben von menschlichem Leid zur ärztlichen Profession. Doch die Folgen dieser außergewöhnlichen Flutkatastrophe hautnah zu erleben, ist auch für Ärzte nicht leicht zu verkraften.

Trotzdem ist es wichtig, daß Ärzte mit ihrem Engagement Solidarität mit den Opfern zeigt. Unsere Aufgabe ist es, uns auch längerfristig für die Menschen in den Krisenregionen einzusetzen.

Wir müssen sowohl hiesige Mediziner auf den Einsatz in den Katastrophengebieten vorbereiten, wie auch die Fachkräfte aus den betroffenen Regionen mit medizinischem und psychologischem Fachwissen versorgen, damit sie Krisen bewältigen können.

Lesen Sie dazu auch:
Hoppe will Ausbildungsinstitut für Krisenärzte

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Nutzen Antibiotika bei Dentaleingriffen?

Patienten mit Herzklappen-Ersatz haben nach zahnärztlichen Eingriffen womöglich ein erhöhtes Risiko für infektiöse Endokarditiden. Doch wie groß ist es und schützen Antibiotika? mehr »

"Die Haltung der Kassen ist irrational"

Die Vertragsärzte kauen schwer am schwachen Ergebnis der Honorarverhandlungen für 2018. Es sei fraglich, ob der aktuelle Mechanismus auf Dauer ein geeignetes Preisfindungsinstrument sei, so KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. mehr »

Medizin vor Ökonomie - Kodex soll Prioritäten klarmachen

Medizinische Fachgesellschaften treten gegen die Ökonomisierung der Medizin an – mit einem Kodex. mehr »