Ärzte Zeitung, 12.01.2005

Einsatz der Pharmaindustrie für Flutopfer enorm

Forschende Arzneimittelhersteller spenden 100 Millionen Dollar / Auch mittelständische Firmen unterstützen Opfer

NEU-ISENBURG (Smi) "Die Spendenbereitschaft der Pharmaindustrie in Folge der Flutkatastrophe ist wirklich enorm", sagt Christoph Bonsmann, Apotheker beim weltweit größten Medikamenten-Hilfswerk action medeor, das bereits 50 Tonnen Medikamente in die betroffenen Regionen verschickt hat.

Oben: Mitarbeiter der Hilfs-organisation "humedica International" bereiteten medizinische Hilfslieferungen für den Versand nach Sri Lanka vor.
Foto: dpa
Bayer-Mitarbeiter Aloke V. Pradhan, S.K. Sudan und Rajesh Aggarwal vor einem LKW mit Arznei-Spenden.
Foto: Bayer

In der Tat haben die deutschen Arzneimittelhersteller und ihre Mutterkonzerne nach dem Seebeben so viele Sach- und Geldspenden bereitgestellt wie selten zuvor. Allein von den Mitgliedsunternehmen des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) und ihrer internationalen Muttergesellschaften sind bis heute Hilfsleistungen im Gesamtwert von 100 Millionen US-Dollar (knapp 77 Millionen Euro) aufgebracht worden (die "Ärzte Zeitung" berichtete).

"Die Spendenbereitschaft umfaßt alle in Deutschland tätigen Unternehmen", so Bonsmann. "Die mittelständischen Firmen spenden genauso wie die großen Unternehmen."

Insbesondere Antibiotika und andere antibakterielle Mittel, Medikamente gegen Durchfallerkrankungen und Impfstoffe gegen Typhus, Hepatitis A, Tetanus und andere Infektionskrankheiten wurden zusammengetragen und in die Krisengebiete nach Thailand, Indonesien, Sri Lanka, Indien und auf die Malediven verschickt.

Darüber hinaus haben Pharmaunternehmen auch Geld gespendet und Testsätze zur Wasserqualitätskontrolle, Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung sowie Decken und Kleidung in die betroffenen Länder gebracht.

Christoph Bonsmann lobt vor allem die Professionalität, die mit der Spendenbereitschaft der Industrie einhergehe. "Die Firmen fragen, was sie spenden können, wir machen die Vorgaben, und das wird dann genauso umgesetzt."

Die Flutkatastrophe habe die Verantwortlichen in den Firmen tief berührt, hat Bonsmann erfahren: "Die Spendenbereitschaft der Pharmaindustrie ist von einer echten Betroffenheit geprägt."

Auch über ihre Niederlassungen im Katastrophengebiet leisten die Unternehmen Hilfe in Kooperation mit den lokalen Einrichtungen.

Lesen Sie dazu auch:
Verein koordiniert Arzneispenden

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