Ärzte Zeitung, 22.11.2006

Wie das Auto sehen lernt

STUTTGART (dpa). Die Situation fürchtet jeder Autofahrer: Die Sicht auf der Landstraße ist bei Dunkelheit eher bescheiden, entgegenkommende Autos blenden und zu allem Übel setzt auch noch Regen ein.

Hier soll ein neues System Abhilfe bieten: Der Nachtsicht-Assistent liefert ein klares und scharfes Abbild der Straße, ist derzeit aber bislang nur in einem Kraftfahrzeug-Modell zu haben - was sich jedoch bald ändern soll.

Haben den Nachtsicht-Assistenten für Autofahrer entwickelt: Dr. Jürgen Seekircher (Mitte), Professor Peter M. Knoll (re.) und Dipl.-Ing. Manfred Meißner (li.). Foto: © Deutscher Zukunftspreis, Foto: Ansgar Pudenz

Das Bild auf dem Acht-Zoll-Monitor sorgt für bessere Sicht als mit den besten Scheinwerfern und dadurch für mehr Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer. Das von den Partnern DaimlerChrysler und Bosch in Stuttgart entwickelte Projekt ist in diesem Jahr für den Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten nominiert.

Projektsprecher Dr.-Ing. Jürgen Seekircher bringt die verblüffende Wirkung des Nachtsicht-Assistenten auf die Formel: "Das Auto lernt jetzt das Sehen." Der Nachtsicht-Assistent besteht im wesentlichen aus drei Komponenten: Da gibt es zum einen Infrarot-Schweinwerfer, die ohne Blendung des Gegenverkehrs die Straße beleuchten, dann das große schwarz-weiß-Display mitten im Kombi-Instrument (Armaturenbrett) und schließlich als Herzstück, eine völlig neu entwickelte Kamera, die eine deutlich höhere Auflösung hat als etwa eine Wärmebild-Kamera bei herkömmlichen Nachtsicht-Systemen.

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