Ärzte Zeitung, 20.05.2008

Nachbeben versetzen Chinesen erneut in Angst

Immer noch tausende Verschüttete unter den Trümmern / In Birma hat eine dreitägige Staatstrauer begonnen / Verhandlungen über Hilfsleistungen

PEKING/RANGUN (dpa). Nachbeben haben die Menschen im südwestchinesischen Erdbebengebiet in der Nacht zum Dienstag erneut in Angst versetzt. In Birma hat gestern unterdessen eine dreitägige Staatstrauer für die wahrscheinlich über 130 000 Todesopfer des Wirbelsturms begonnen.

Die Erdstöße in China erreichten die Stärke 5, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Seismologen warnten, dass die Möglichkeit noch heftigerer Nachbeben von einer Stärke zwischen 6 und 7 bestehe. Die Rettungsmannschaften besonders im Landkreis Wenchuan, wo schon das Epizentrum des schweren Bebens vor einer Woche lag, sollten sich auf diese Gefahr einstellen.

Die Weltbank stellt Birma keine zinsgünstigen Darlehen zur Verfügung.

Unter den Trümmern im Erdbebengebiet der Provinz Sichuan werden noch tausende Verschüttete vermutet. Bislang sind über 34 000 Tote offiziell bestätigt, doch rechnet der Krisenstab mit mehr als 50 000 Toten. Über 40 000 Verletzte seien noch in Krankenhäusern oder Feldlazaretten. Die wirtschaftlichen Schäden durch das Beben für die Unternehmen in der Region bezifferte die Regierung auf 67 Milliarden Yuan (6,2 Milliarden Euro). Die Spenden aus dem In- und Ausland an Hilfslieferungen und Finanzzusagen für die Erdbebenopfer erreichten bislang eine Höhe von umgerechnet einer Milliarde Euro.

Unterdessen warten in Birma nach wie vor Millionen Sturmopfer auf Hilfe. Die Vereinten Nationen gehen von insgesamt 2,4 Millionen Hilfebedürftigen aus.

Der UN-Sondergesandte John Holmes ist bestrebt, im Gespräch mit Vertretern der Militärregierung eine Verbesserung der Hilfsleistungen zu erreichen. Am heutigen Mittwochabend wird auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in Birma erwartet.

Von der hochrangigen UN-Mission erhoffen sich die Vertreter der Hilfsorganisationen einen verbesserten Zugang zu den Menschen im Katastrophengebiet.

Die Weltbank wird Birma nach dem Zyklon keine zinsgünstigen Darlehen zur Verfügung stellen, weil das Land seit mehr als 20 Jahren mit Rückzahlungen im Rückstand ist.

Die Geberkonferenz für die Zyklon-Opfer in Birma ist derweil unter Dach und Fach. Das Treffen findet unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen und der südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN am nächsten Sonntag in Rangun statt.

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