Ärzte Zeitung, 15.07.2009

Werben für Leukämie-Forschung

Festakt für die Botschafter der deutschen JoséCarreras-Stiftung: Prominente wie Elmar Wepper oder Vicky Leandros unterstützen die Ziele der Stiftung.

Von Angela Mißlbeck

Der Star-Tenor José Carreras (Mitte) im Kreis der Botschafter seiner Stiftung. Mit dabei sind die Schauspielerinnen Judith Hildebrandt, Gudrun Landgrebe, Sophie Schütt (links) sowie Vicky Leandros und Elmar Wepper (rechts).

Foto: ami

BERLIN. Mit einem Festakt in der Hörsaalruine der Charité Universitätskliniken Berlin hat der von Leukämie geheilte spanische Star-Tenor José Carreras Anfang Juli knapp 20 Prominente zu Botschaftern seiner Leukämie-Stiftung ernannt.

Zu den Botschaftern zählen unter anderem die Schauspieler Elmar Wepper, Gudrun Landgrebe, Judith Hildebrandt und Sophie Schütt, aber auch Schlagerstars wie Nino D'Angelo, Bernhard Brink und Vicky Leandros oder Musiker wie Joey Kelly von der Kelly Family und der Starkoch Alexander Herrmann. José Carreras selbst war aus Barcelona angereist, um die Botschafterurkunden zu überreichen.

"Die Botschafter finden in der Öffentlichkeit Gehör aber auch bei denen, die Forschung und Wissenschaft in der Medizin fördern", sagte die Dekanin der Charité Professor Annette Grüters-Kieslich bei dem Festakt. Sie dankte dem Stifter für die Förderung einer Tagesklinik für leukämiekranke Kinder an der Charité. Die José-Carreras-Kindertagesklinik gehört zur größten Kinderklinik in Deutschland. Aus eigener Kraft hätte die Charité sie nicht errichten können. Daher sei das Engagement der José-Carreras-Stiftung von immenser Bedeutung, so Grüters-Kieslich.

Zwischen 10 000 und 12 000 Menschen erkranken nach Angaben der Stiftung jedes Jahr an Leukämie. In vielen Fällen ist eine Heilung inzwischen möglich. Doch: "Die Behandlung ist sehr eingreifend. Sie reißt Familien auseinander und benachteiligt Geschwister", sagte der Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats der Stiftung, Professor Jochen Hentze, der die Leukämie-Station der Charité leitet. Ein Förderschwerpunkt der José-Carreras-Stiftung ist die Forschung. Bundesverdienstkreuzträger Hentze hält Fortschritte hier für nötig und machbar. Die Chemotherapie verglich er mit einem Vorschlaghammer. "Jetzt forschen wir, um den Feinmechanik-Schraubenzieher zu entwickeln", sagte er.

Die deutsche José-Carreras-Stiftung wurde 1995 gegründet. Seitdem hat sie 715 Projekte gefördert, darunter 321 Forschungsprojekte. Einmal pro Jahr vergibt sie den "José-Carreras-Career Award" an herausragende Wissenschaftler, denen es mit der Förderung ermöglicht werden soll, sich auf eine klinisch-wissenschaftliche Leitungsposition vorzubereiten. Zudem schafft sie Stiftungsprofessuren und fördert die Einrichtung von Transplantationszentren, Forschungslaboren, Tageskliniken und Nachsorgestationen, um die medizinische Infrastruktur zu verbessern. Auch Elterninitiativen und Selbsthilfegruppen werden unterstützt.

Die Stiftung finanziert ihre Arbeit aus Spenden, Vermächtnissen und Einnahmen aus Benefizaktionen wie zum Beispiel der José-Carreras-Gala, die jedes Jahr kurz vor Weihnachten im Fernsehen ausgestrahlt wird. Rund 130 Millionen Euro hat sie seit 1995 eingenommen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Herzschutz-Effekt durch spezielle Fischöl-Kapseln

Die Supplementierung von Omega-3-Fettsäuren hat in der REDUCE IT-Studie eine erstaunliche Wirkung entfaltet. Zu einem anderen Ergebnis kommt die Studie VITAL. mehr »

Diabetes-Strategie zum Greifen nah

Der gezielte Kampf gegen Diabetes könnte schon bald konkrete Formen annehmen. Zum Welt-Diabetestag am 14. November zeichnet sich zwischen Union und SPD ein Kompromiss für eine nationale Diabetes-Strategie ab. mehr »

Der Gesundheitsminister will das E-Rezept

Krankenkassen, Ärzte und Apothekerschaft sollen in ihren Rahmenverträgen das elektronische Rezept ermöglichen. Eine entsprechende gesetzliche Verpflichtung soll bis 2020 stehen. mehr »