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HIV-Prävention braucht differenzierte Ansprache

In jedem dritten Fall einer HIV-Neuinfektion ist ein Migrant betroffen. Darauf muss Prävention reagieren.

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HAMBURG (di). "Fast jede dritte Person, die in Deutschland neu mit HIV diagnostiziert wird, ist Migrant", sagte Dr. Hella von Unger vom Wissenschaftszentrum Berlin auf einem Kongress zur HIV-Prävention in Hamburg. Um die Prävention zu verbessern, plädierte sie für mehr ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter mit Migrationshintergrund sowie für eine enge Vernetzung von Hilfseinrichtungen.

Unger regte auch an, die HIV-Prävention von Migranten nicht isoliert zu betrachten, sondern in ein breiteres Konzept der Gesundheitsförderung für diese Gruppe einzubetten. Differenzierte Botschaften sind nach Ansicht von Axel Schmidt vom Robert-Koch-Institut (RKI) in der Präventionsarbeit für schwule Männer erforderlich. Trotz eines bundesweit leichten Anstiegs der Neudiagnosen im vergangenen Jahr hält Schmidt Hinweise für eine zunehmende Sorglosigkeit unter schwulen Männern für unbegründet.

Er verwies auf eine Befragung in dieser Gruppe, in der über Zweidrittel von ihnen innerhalb eines Jahres keine Risikokontakte angegeben hatten. Als Risikokontakt gilt ungeschützter Analverkehr mit unbekannten Partnern. Dr. Ulrich Marcus vom RKI führte die gestiegenen HIV-Fallzahlen auf eine verbesserte Erfassung von Erstdiagnosen und auf den Anstieg sexuell übertragbarer Erkrankungen, die eine HIV-Infektion wahrscheinlicher machen, zurück. Nach Angaben der Hamburger Gesundheitsbehörde empfahl er, das Screening auf HIV/Aids vor allem für schwule und bisexuelle Männer zu intensivieren und es für Prostituierte oder Migranten aus Regionen mit vielen HIV-Infizierten auszubauen.

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