Ärzte Zeitung, 31.08.2010

Kommentar

Dopingagentur verliert Unschuld

Von Michael Hubert

So kann Doping also auch kontrolliert werden: per Eigenurinspende einer Kontrolleurin. Mindestens acht Proben wurden so als Urin von Handballspielerinnen ausgegeben, hat die "ARD" jetzt öffentlich gemacht.

Dass so ein Vorfall dem Anti-Doping-Kampf schadet, ist klar. Die nationale Anti-Doping-Agentur NADA kontert daher prompt: Einzelfall einer Mitarbeiterin bei einem beauftragten Dienstleister!

Einige Aktionen gegen Doping in der Vergangenheit konnten schon stutzig machen. Etwa die Äußerungen von Dopingfahndern im Fall Kathrin Krabbe. Damals hieß es: Wir wollen sie überführen und wir werden auch etwas finden. Und Claudia Pechstein sollte gar selbst ihre Unschuld beweisen, trotz möglicher medizinischer Erklärungen für ihre Blutwerte.

Anders bei sogenannten Vorzeigeathleten wie Dieter Baumann: Da suchten die Dopingfahnder akribisch, wie ihm wohl die Substanzen untergejubelt wurden. Fündig wurden sie schließlich in einer Zahnpastatube.

Damit soll Doping nicht verharmlost werden. Aber die NADA hat ihre Unschuld verloren. Künftig wird auch immer gefragt: Wer kontrolliert die Kontrolleure?

Lesen Sie dazu auch:
ARD-Recherche: Doping-Kontrolleure sollen mit eigenem Urin betrogen haben

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