Ärzte Zeitung, 15.12.2010
 

Haiti in Not - und die Hilfsbereitschaft wächst

Die EU stockt ihre Hilfe für Haiti auf, und Oscar-Preisträger Sean Penn ist der Einsatz in diesem Land wichtiger als eine Auszeichnung, die er eigentlich in Dubai erhalten sollte.

Haiti in Not - und die Hilfsbereitschaft wächst

Sean Penn: Statt seinen Filmpreis in Dubai entgegenzunehmen, flog er nach Haiti um dort seine Mitarbeiter der Hilfsorganisation "J/P" zu unterstützen.

© dpa

LOS ANGELES/BRÜSSEL (dpa). Oscar-Preisträger Sean Penn (50) verzichtet auf den Empfang einer Auszeichnung beim Filmfestival in Dubai. Stattdessen will er bei seiner Hilfsorganisation "J/P" in Haiti nach dem Rechten schauen. Wie der "Hollywood Reporter" berichtete, hat Penn seinen geplanten Auftritt in Dubai kurzfristig abgesagt. Er sollte dort einen Ehrenpreis für sein Filmwerk erhalten.

Er fühle sich davon sehr geehrt, bedauerlicherweise habe sich die Lage in Haiti aber verschlechtert, begründete der "Milk"-Darsteller seine Absage. Die Sicherheit seiner Mitarbeiter dort sei ihm von "größter Wichtigkeit".

Seit dem verheerenden Januar-Erdbeben in Haiti hat Penn viele Monate in dem bitter armen Land verbracht und mit seiner Hilfsorganisation J/P ein Obdachlosenlager aufgebaut. Nach Vorwürfen von Wahlbetrug bei den jüngsten Präsidentschaftswahlen war es dort zuletzt zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen.

Unterdessen hat die Europäische Union (EU) ihre humanitäre Hilfe für das von einer Cholera-Epidemie heimgesuchte Haiti aufgestockt. Weitere zehn Millionen Euro stünden bereit, sagte die für humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissarin Kristalina Georgiewa jetzt in Brüssel.

Allerdings bleibe die Lage angespannt, weil gewalttätige Ausschreitungen die Arbeit der Helfer erschwerten. "Patienten mit Cholera können leicht und schnell behandelt werden, aber dazu müssen Kranke Zugang zur medizinischen Versorgung haben", sagte die EU-Kommissarin. "Haiti befindet sich in einem der schwierigsten Momente seiner Geschichte."

Seit dem Ausbruch der Krankheit in Haiti hat die Europäische Union bereits mit 12 Millionen Euro die Hilfsorganisationen vor Ort unterstützt und darüber hinaus Experten geschickt.

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