Ärzte Zeitung, 06.03.2011

Wenn das Kind "Pfefferminza" heißen soll

Sofie oder Maximilian? Langweilig! Wie wärs mit Kantorka oder Napoleon?

WIESBADEN (dpa). Manchen Eltern kann der Name für ihr Kind gar nicht exotisch genug sein. Laperla, Kantorka oder Pfefferminza sind einige Beispiele. Das führt nicht selten zum Streit mit dem  Standesamt.

Bei ungewöhnlichen Namensvorschlägen wird daher oft die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden eingeschaltet. Sie bietet eine Beratung speziell für Vornamen an und erstellt eine Art Gutachten. Um es vorwegzunehmen: Laperla und Kantorka sind aus ihrer Sicht in Ordnung, Pfefferminza fiel dagegen durch.

Gescheitert sind im vergangenen Jahr auch Varianten wie Menez, Junge oder Puppe. Bei ihrem Urteil greifen die Wiesbadener Sprachwissenschaftler auf mehrere Kriterien zurück: In erster Linie denken sie an das Kind. Reine Quatsch- oder Fantasienamen haben keine Chance.

Sie prüfen auch, ob Namensvorschläge eindeutig männlich oder weiblich sind. "Bei uns gelten etwa ein Drittel der Namen als geschlechtsneutral, die dann noch einen zweiten Namen verlangen", sagt Lutz Kuntzsch, Leiter der GfdS-Sprachberatung.

Wichtig ist auch, dass der Name den Charakter eines Vornamens hat. Und schließlich suchen Kuntzsch und seine Mitarbeiter nach seriösen Quellen für einen Namensvorschlag - etwa in amtlichen Dokumenten. Und so spricht nichts dagegen, dass Kinder Napoleon, Belana oder Nox heißen.

An das Votum der Gesellschaft der deutschen Sprache sind die Standesämter zwar nicht gebunden. Allerdings folgten sie meist den Gutachten. Etwa 3000 Anfragen gingen im vergangenen Jahr in Wiesbaden ein, wie die Gesellschaft mitteilte. 20 Euro kostet so eine Expertise.

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