Ärzte Zeitung, 22.10.2012

Doping

Armstrong verliert alle sieben Tour-Titel

GENF (dpa). Lance Armstrong verliert wegen der Dopingaffäre seine sieben Titel bei der Tour de France.

Der Radsport-Weltverband UCI erkannte dem Amerikaner am Montag in Genf seine Erfolge ab und sprach eine lebenslange Sperre für den Texaner aus. "Lance Armstrong hat keinen Platz im Radsport. So etwas darf nie wieder passieren", sagte UCI-Präsident Pat McQuaid.

Zuletzt war dem 41-jährigen Armstrong von der US-Anti-Doping-Agentur USADA jahrelanges und systematisches Doping nachgewiesen worden. Armstrong streitet die Vorwürfe, die auch ehemalige Teamkollegen erhoben haben, ab.

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[23.10.2012, 14:01:42]
Dr. Horst Grünwoldt 
Phantom Doping
Der Ausnahme-Radrennsportler Lance Armstrong hat sieben Mal hintereinander die Tour de France überlegen gewonnen. Niemand hat ihm jemals des Leistungs-Betruges überführt. Bis heute hat kein Pharmakologe der Welt den Beweis erbracht, daß sog. "Doping-Sünder" ihre herausragenden Siege nur wegen der "illegalen" Einnahme irgendwelcher Drogen erlangt haben.

Wenn Berufs- oder Freizeitsportler zu irgendwelchen Arzneien oder Stoffen greifen und sich einverleiben, und damit ihren Körper ggf. experimentell belasten, so ist dies ihre freie Entscheidung. Falls dann die sog. Dopingjäger Spuren davon im Probenmaterial nachgewiesen haben,
so ist weder die Absicht, noch der Vollzug von "Betrug" justitiabel.
Schließlich beweist der bloße Spurennachweis irgendeiner Substanz noch keine pharmakologische Wirksamkeit, die den Sieg erbracht oder auch nur befördert haben könnte.
Nach meinem Ermessen haben Spurensucher -wie der Biochemiker Schänzer, als selbsternannter "Dopingexperte"- Athleten nach einem positiven Laborbefund überhaupt nicht öffentlich vorzuverurteilen, sondern lediglich das Ergebnis ihrer Messung anderen Fachleuten zur Endbeurteilung abzuliefern.
Und dies sollte nach m.E. zuerst der den Athleten betreuende Sportmediziner sein, der dann zunächst den des "Doping"-Verdächtigen anamnestisch befragt und den vermeintlichen Arzneimißbrauch aufklärt.
Damit würde vor allem den dumpfen Verdächtigungen über das "Phantom Doping" durch die öffentlichen Medien, aber auch durch Konkurrenten, entgegengewirkt.
Die Krisengewinnler und Profiteure im sog. "Anti-Doping-Kampf", zu denen offensichtlich auch die WADA und NADA gehören, haben inzwischen selbst das Thema "Arzneimittel-Mißbrauch" durch Sportler in die Nähe von Science-Fiktion gerückt und zu einer unerschöpflichen Quelle der Spekulationen verwandelt.
Die UCI hat mit ihrer Verbandsgerichtsbarkeit, dem Indizien- Urteil und der zweifelhaften Zeugenaussage gegen den Berufssportler Lance Armstrong versucht, das Radrenn-Idol vom Sockel zu stürzen. Die Aussage ihres Präsidenten, daß der Name L.A. aus dem Radsport "gelöscht" werden müsse, bezeugt im höchsten Maße den unsportlichen Geist der Funktionäre.
Die großartige "Tour der Leiden" wird für alle Radsportfreunde stets mit dem Namen des siebenmaligen Siegers -und nicht Betrügers- verbunden bleiben.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock  zum Beitrag »

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