Ärzte Zeitung, 14.06.2013
 

Hochwasser

Kammern und KVen helfen finanziell

NEU-ISENBURG. Von Hochwasser betroffene Ärzte konnen auf Hilfe von KVen und Kammern zählen. In mehreren Bundesländern werden Gelder bereitgestellt.

In Sachsen-Anhalt will die KV eine Soforthilfe bis zu 5000 Euro pro Praxis gewähren (ein formloser Antrag an den KVSA-Vorstand genügt). Die Ärztekammer erweitert ihr Angebot und bietet finanzielle Unterstützung bei Schäden in Praxen und Haushalten an.

Die Gelder sollen aus einem Fonds gezahlt werden. Ärzte können sich bei der Kammer melden unter: 0391/60547140 oder info@aeksa.de.

Darüber hinaus bitten Kammer und KV um Spenden für die Ärzte in den Hochwassergebieten.

KVSA-Vorstand Dr. Burkhard John: "Die derzeitige Hochwassersituation hat auch zu schweren Schäden an Praxen und Praxisausstattungen unserer Kollegen geführt, die dadurch möglicherweise sogar in ihrer Existenz gefährdet sind. Wir werden die Verteilung der eingehenden Spenden so unbürokratisch wie möglich abwickeln, um den Betroffenen schnellstmöglich Unterstützung gewähren zu können."

Konto 0003962369 (Ärztekammer) oder 1403105067 (KVSA); BLZ 30060601; Deutsche Apotheker- und Ärztebank Düsseldorf; Kennwort: Hochwasserhilfe 2013.

1,5 Millionen Euro für betroffene Praxen in Bayern

Auch in Thüringen hat die KV für jede von der Flut geschädigte Praxis eine Soforthilfe von 5000 Euro zugesagt. Das Geld soll unbürokratisch gewährt werden, teilte die KV mit.

Man wolle die Ärzte dabei unterstützen, schnellstmöglich wieder die medizinische Versorgung aufnehmen zu können. Der Antrag für die Soforthilfe kann in einem formlosen Antrag an die KV in Weimar gestellt werden.

In Bayern will die KV für betroffene Praxen insgesamt bis zu 1,5 Millionen Euro aus Haushaltsmitteln zur Verfügung stellen. Damit sollen Praxisinhaber unterstützt werden, die durch das Hochwasser stark betroffen sind und deren Schaden unverschuldet nicht durch eine Versicherung gedeckt ist, heißt es in einem Beschluss der Vertreterversammlung.

Für den Fall, dass die Zahl berechtigter Hilfsanträge das Gesamtvolumen von 1,5 Millionen Euro übersteigt, sollen die Förderbeträge entsprechend quotiert werden.

In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern waren den KVen bis Redaktionsschluss keine Schäden in Arztpraxen bekannt. In Mecklenburg-Vorpommern waren die Kommunen Boizenburg und Dönitz vom Elbhochwasser betroffen, in Schleswig-Holstein Lauenburg. Dort zeichnete sich am Donnerstag eine Entspannung ab.

Zu Beeinträchtigungen kam es zum Teil bei Sprechstunden, da Teile der Stadt abgesperrt waren und die Patienten weitere Wege in Kauf nehmen mussten. Einige Patienten sagten ihre Arzttermine nach Informationen der "Ärzte Zeitung" wegen des Hochwassers ab.

Land unter bei Novartis

Auch der Arzneimittelhersteller Novartis ist vom Hochwasser betroffen. Nach Angaben des Unternehmens liegt die Hälfte der 15 Standorte in überschwemmten Regionen. Novartis unterstützt mit einem internem Spendenaufruf die "Aktion Deutschland Hilft".

 "Jede Spende unserer Mitarbeiter wird vom Unternehmen verdoppelt und direkt an das Bündnis weitergeleitet. Damit kommt die Hilfeauch wirklich dort an, wo sie gebraucht wird", so Mark Never, Vorsitzender der Geschäftsführung Novartis Deutschland. (eb/zie/rbü/sto/di)

Lesen Sie dazu auch:
Hochwasser verursacht IT-Ausfall: Rettungseinsatz für Patientendaten
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