Ärzte Zeitung online, 10.10.2017

Nach Sicherheitsvorfällen

Rotes Kreuz schließt Büros in Nordafghanistan

KABUL. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) schließt seine Büros in den mit den radikalislamischen Taliban schwerumkämpften nordafghanischen Provinzen Kundus und Fariab. Das bestätigte am Montag der Sprecher des IKRK in Kabul, Thomas Glass. Außerdem werde das Büro in der nordafghanischen Provinz Balch "stark verkleinert". Grund sei eine Reihe schwerer Sicherheitsvorfälle im Norden in den vergangenen Monaten, sagte Glass. Erst vor knapp vier Wochen hatte ein Patient im Orthopädie-Zentrum des IKRK in Balch eine spanische Therapeutin erschossen. Sein Motiv blieb unklar. Im Februar hatten unbekannte Bewaffnete sechs afghanische Mitarbeiter in der Nordprovinz Dschausdschan erschossen und zwei entführt.

Afghanische Sicherheitskräfte beschuldigten die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Beweise gab es aber nicht. Schon damals suspendierte das IKRK viele seiner Programme. Im Dezember war ein spanischer Mitarbeiter in Kundus entführt worden. Auch hier wurde nicht klar, wer die Täter waren.

Das IKRK sehe derzeit "eine Menge verschwimmender Grenzen" zwischen Konfliktparteien und "viele Graubereiche", in denen schwer zu arbeiten sei, sagte Glass. Der Dialog mit allen Beteiligten am Krieg gehe weiter. "Aber die Sicherheit unserer Mitarbeiter geht vor."

Das Rote Kreuz hat lange bei allen Konfliktparteien im Land einen besonderen Schutzstatus genossen. Bisher hatte es etwa 2000 Mitarbeiter und arbeitete in den Bereichen Gesundheitsfürsorge, Menschenrechte und Nothilfe. Neun Büros bleiben offen. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Marathon geht Amateuren richtig ans Herz

Wer sich als Amateur an einen Marathon wagt, ist trotz regelmäßigen Trainings kardial gefährdet. Studienautoren geben einen Tipp, um das Herz nicht so stark zu belasten. mehr »

„Das ist keine Propagandaschlacht“

Einige Passagen im geplanten Termineservice- und Versorgungsgesetz stoßen Ärzten sauer auf. Im Interview erläutern die drei KBV-Vorstände, warum sie zuversichtlich sind, dass sich Änderungen noch durchsetzen lassen. mehr »

TK senkt Zusatzbeitrag – Barmer nicht

Nach und nach geben die Krankenkassen ihren Beitragssatz für 2019 bekannt - nun tat dies die Kassen-Schwergewichte TK und Barmer sowie zwei weitere AOKen. Es zeichnen sich sinkende Zusatzbeiträge ab, aber nicht bei jeder Kasse. mehr »